
In den ersten zwei Märzwochen des Jahres 1876 regnet es im oberen Mittelrheintal fast ununterbrochen. Der Rhein und alle Nebenflüsse sind mehr als randvoll und führen Hochwasser. Die Menschen in dem kleinen Ort Kaub sind besorgt, denn an einigen Stellen des Steilhangs, unmittelbar oberhalb der Bebauung, sind immer wieder Felsbewegungen festzustellen. Die Verantwortlichen der Gemeinde diskutieren schon seit längerer Zeit, wie durch Schutzmaßnahmen der Fels und der ganze Berghang gesichert werden könnte. Die Planungen ergeben für die Massnahmen einen Kostenaufwand von 150.000 Mark. Über einen Zeitraum von mehreren Jahren soll die Sicherung durchgeführt werden.
Durch den Dauerregen hat sich im Berg ein steigender Wasserdruck gebildet, der sich besonders an einer tiefer gelegenen Stelle des Hangs zeigt. Dieser Bergabschnitt wird von den Sachverständigen als sicher und fester Abschnitt eingestuft, da der Teil außerhalb der bisher gesichteten Bergbewegungen liegt.
Am 10. März 1876 kommt es zur Katastrophe. Auf einer Breite von 65-85 Meter löst sich das Geröll des Schiefergebirges und stürzt den Hang hinab. Bereits angelegten Schutzmauern werden mitgerissen. Die Geröll-Massen verschütten fünf Häuser in der Hochstrasse und fünf Hinterhäuser in der Zollstrasse. Der Bergsturz kostet 26 Menschen das Leben.
Um dauerhaft den Hang zu sichern, werden aufwendige Befestigungsmaßnahmen durchgeführt, die bis heute Bestand haben.
Quellen:Stadtarchiv,Wikipedia

