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Zahlen & Fakten zum Rhein

Die Quellen und die Rheinabschnitte von der Schweiz bis in die Niederlande

Der Tomasee in Graubünden Schweiz gilt als eine der Quellen des Rhein. Foto:CC-By-SA/Wikipedia
Abfluss des jungen Rhein aus dem Tomasee. Foto:CC-By-SA/Wikipedia
Schild mit der falschen Kilometerangabe an der Rheinquelle. Foto: CC-By-SA/Wikipedia
In Reichenau vereinen sich die Quellflüsse Vorder- und Hinterrhein zum Alpenrhein. Foto:CC-By-Sa/Alpinfo/Wikipedia
Die Rheinbrücke in Konstanz Foto:Achim/CC-By-SA/Wikipedia

Gemessen am Erdzeitalter, ist die Geschichte des Rheins und damit auch die seiner Quellen, nur ein kurzer Augenblick. Die Frage nach der Quelle oder den Quellen des Stroms ist verglichen mit anderen großen Flüssen auf unserem Globus, nicht so einfach zu klären. Viele Wasser laufen von den Alpenhängen hinab und sammeln sich in kleinen Bächen. Sie alle werden zu den Rhein-Quellflüssen gezählt. Hierzu gehören der Valser Rhein, Rein da Curnera, Rein da Medel, Aversa-Rhein, Reno di Lei, Maighless-Rhein, Gämmer-Rhein, Nalsper-Rhein, Rein da Sumvitg u.a.

Mindestens 138 Quellbäche speisen die beiden Hauptquellflüsse Vorder- und Hinterrhein, die sich bei Reichenau zum Hauptfluss Alpenrhein vereinen. Die großen Strukturlinien von Vorder- und Hinterrhein wurden in der Zeit des Tertiärs, vor ca. 30 Millionen Jahren, herausgebildet. Seine heutige endgültige Richtung bekam der Rhein erst mit dem Abklingen der Eiszeit, vor rund 10.000 Jahren. Vorher versperrten riesige Eis- und Geröll-Massen immer wieder den Weg nach Norden.

Ende März 2010 verursachte die Meldung, die Rheinlänge sei in Büchern, Lexika, Wikipedia usw. mit 1320 km falsch angegeben, Verwirrung. Auslöser war der Biologe Bruno Kremer von der Universität Köln. Er hatte bei Recherchen über den Rhein in älteren Publikationen die Längenangabe von 1230 km häufiger gelesen. Erst in den Ausgaben ab den sechziger Jahren tauchte die Variante 1320 km auf. Mit seiner Vermutung, dass die Ursache ein einfacher Zahlendreher ist, sollte er Recht haben.

Bis ins 18. Jahrhundert waren die Angaben über die Länge des Rheins völlig ungenau. Sie schwankten zwischen 550 und 1.100 km. In einer Veröffentlichung des Zentralbüros für Meteorologie und Hydrografie werden 1.360 km angegeben. In den Beiträgen zur Rheinkunde des Koblenzer Rheinmuseums wird die Flusslänge von 1.237,6 km genannt. Hiervon entfallen auf den Rheinabschnitt Alpenrhein 163 km bis zum Eintritt in den Bodensee. Die Strecke die der Rhein durch den Bodensee fließt, wird mit 48 km angegeben.

Ab der Rheinbrücke in Konstanz beginnt die Stromkilometer-Markierung mit  "0" und endet bei Hoek van Holland. Bis zur Mündung in die Nordsee werden 1.031,6 km angegeben. 37 km kommen seit 1975 hinzu, nachdem der Rhein-Schelde-Kanal in die Längenmessung einbezogen wird. Mit der Vereinigung der beiden großen Quellflüsse Vorderrhein und Hinterrhein zum Alpenrhein, beginnt die Alpenrhein-Messung in Reichenau bei Kilometer null.

Es soll auch Messungen von beiden Seiten gegeben haben, die dazu führten, dass an der Stelle wo die Messung aufeinander trafen, ein Kilometer nur noch 500 m lang war. Und tatsächlich stehen bei Bingen zwei Stromkilometer-Hinweisschilder enger zusammen. Nach neuesten Prüfungen und Nachmessungen durch Bruno Kremer beträgt die Rheinlänge 1.233 km - gemessen vom längsten Quellfluss dem Vorderrhein in Graubünden, bis zur Mündung in die Nordsee bei Hoek van Holland.

Wird als Quelle jedoch nicht der "Reno di Mendel", sondern der Toma-See angenommen, verlängert  sich die Gesamtlänge des Rhein um weitere 5 km.

Woher hat der Strom den Namen - Rhein, Reno, Rijn, Rhin, Rhine ?

Es liegt nahe, dass der Name des Rhein aus dem keltischen Wort rinnen abgeleitet wurde. Unterstrichen wird diese Vermutung angesichts vieler Gletschergebiete, die in Graubünden die Rheinquellen speisen, aus denen naturgemäß viel Wasser rinnt. Doch auch aus dem Griechischen lässt sich das Wort ableiten und auch aus dem Althochdeutschen rinan. Einen eindeutigen Beleg woher der Name Rhein kommt, gibt es jedoch nicht.

Noch geheimnisvoller ist die Frage, wie die Völker weitab von den Quellen in den Alpen und den Flussmündungen an der Nordsee, sich auf den gleichen Namen einigen konnten. Es war lange bevor die Römer zu Fuss oder mit Pferd und Wagen die Rheinregionen besiedelten eher selten, dass die Siedler des Rheintal vor den Römern viele Wochen unterwegs waren. Woher auch immer der Name Rhein kommt, er klingt schön und rein.