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Die Wasserqualität des Rhein

ist in den vergangen Jahren immer besser geworden

Der Rhein stellt in Einbezug seiner Altarme und Auen, das wichtigste Ökosystem für die im und am Wasser lebende Tiere und Pflanzen dar. Mit der einsetzenden Industrialisierung in den letzten beiden Jahrhunderten, nahm die Wasserqualität stetig ab. Nach dem 2.Weltkrieg verbesserte sie sich, aufgrund der lahmgelegten Wirtschaft. Der Fluss hatte Gelegenheit sich zu regenerieren, wodurch sich auch der Fischbestand erholte. 1951 konnten 42 verschiedene Arten gezählt werden.

Während des Wirtschaftswunders, in den 50er und 60er Jahren, nahm die Güte des Rheinwassers wieder rapide ab, was aus der florierenden Industrie und einem mangelnden ökologischem Verantwortungsbewusstsein resultierte. Sorglos wurden Abwässer und Abfälle in den Rhein gepumpt, wodurch eine Reihe von Fischarten, wie der Lachs, der Maifisch, die Meerforelle, die Fluss- Meerneunaugen und die Flunder ausstarben. Den Höhepunkt dieser Entwicklung bildete das 1969 durch ein Schädlingsbekämpfungsmittel namens „Thiodan" verursachte Fischsterben, bei dem 40 Millionen Tiere verendeten.

Die 70er Jahre brachten eine Wandlung im ökologischen Bewusstsein der Menschen.  Direkte Abwasserentsorgungen in den Rhein wurden unterbunden. Wenn Wasser in den Fluß geleitet wurde, hatte es vorher Klärwerke oder Filteranlagen durchlaufen. Diese Maßnahmen trugen bereits Mitte der 80er Jahre Früchte. Nach und nach  kehrten als ausgestorben geglaubte Fischarten wieder in den Rhein zurück. So einige seltene Forellenarten, das Fluss-Meerneunauge und die Flunder.

1986 machte eine Katastrophe binnen weniger Stunden den Rhein erneut zum Fischgrab. Bei einem Brand in dem Baseler Sandoz Konzern wurden Chemikalien durch Löschwasser in den Rhein freigesetzt. Die Folge war ein großes Fischsterben am Oberrhein. Die zuständigen Behörden aller betroffenen Staaten, verabredeten als Konsequenz dieses Ereignis, eine systematische und kontinuierliche Arbeit auf eine langfristige Stabilisierung der Wasserqualität des Rheins hinzuarbeiten.

Ein Beispiel hierfür ist u.a. das Projekt „Lachs 2000", dem es zu verdanken ist, dass in den 90ern wieder Lachse im Rhein und seinen Nebenflüssen auftauchten. Anfang des Jahres 2000, beherbergt der Rhein wieder 43 verschiedene Fisch- und zwei höhere Krebsarten, was als Beleg für eine deutlich verbesserte Wasserqualität zu werten ist. Die wegen der hohen Schadstoffbelastung der Fische herausgegebene Warnung auf den Verzehr von Rheinfischen zu verzichten, wurde 1998 wieder aufgehoben.

Um die Transportbedingungen für die Rheinschiffe zu verbessern wurde im letzten Jahrhundert die  Begradigung des Rheins durchgeführt. Damit erhöhte sich einerseits die Strömungsgeschwindigkeit , zum anderen wurden  die Altarme vom Hauptstrom abgetrennte. Beides sollte sich negativ auf die Wasserqualität auswirken. Vor allem die Altrhein-Arme und ihre Auen  sind von eminenter Wichtigkeit als Brutstätte für viele Fischarten, Flussmuscheln und Krebse. Außerdem werden sie bei Hochwasser als Auffangbecken benötigt, sind also auch für den Mensch von nicht zu vernachlässigender Bedeutung.
Eine der großen Aufgaben für Naturschützer wird daher heute wie in der Zukunft sein, die Altrhein-Arme dort wo sie noch vorhanden sind, wieder mit dem Hauptstrom zu verbinden um so eine biologische Durchgängigkeit der Gewässer zu schaffen.