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Der Drachenfels

Die Burgruine im Siebengebirge gehört zu den bekanntesten seiner Art am Mittelrhein

Burg Pfalzgrafenstein

Die Zollburg Pfalzgrafenstein wurde mitten im Rhein auf einem Felsplateau bei Kaub errichtet.

Burg Rheinstein

Die Burg Rheinstein präsentiert sich nach ihrer Restaurierung in alter Schönheit im Mittelrheintal.

Die Marksburg

Die Marksburg ist die einzige Höhenburg in der Region Mittelrheintal, die nie zerstört wurde.

Burg Lahneck

Die Burg Lahneck thront auf dem letzen Zipfel des Taunusgebirges vor der Lahnmündung.

Das Schloss zu Sinzig

Die Geschichte der Stadt Sinzig als Herrschaftsort

Die Stadt Sinzig liegt auf einer Anhöhe am östlichen Rand der Rheineifel-Hochfläche. Sie ist durch ihre Nähe zur Rhein-Ahr-Mündung verkehrstechnisch günstig gelegen. Dies trifft auch für die Sinziger Pfalz als gesamtes durch ihre Lage an der Frankfurt- Aachener Straße zu, die über Sinzig, Bodendorf, Rheinbach, Büllesheim und Düren führte, und von den Herrschern auf ihrem Weg zur Krönung in Aachen benutzt wurde.

Zur Zeit der römischen Herrschaft befand sich an der Stelle der heutigen Stadt Sinzig vermutlich ein Militärlager. In fränkischer Zeit entstand hier eine"villa regia", in welcher sich später Könige aufhielten. Im Jahre 762 urkundete König Pippin im "palatium Sentiacum". Lothar der erste ließ um 842 größere Umbauten oder sogar einen Neubau ausführen.

Das Schloss wird und wurde oftmals als Barbarossaschloss bezeichnet, die Stadt Sinzig als Barbarossastadt, da Friedrich der erste Barbarossa häufig hier weilte und urkundete.

Die Geschichte des Schloss Sinzig

Am 8. Juli 1337 erhält der Marktgraf Wilhelm von Jülich von Kaiser Ludwig dem Bayern die Erlaubnis zum Neubau einer Burg.
Ab 1569 lässt der Herzog von Jülich-Kleve-Berg die Anlage durch Maximilian Pasqualini mit großem Aufwand ausbauen.
Fast hundert Jahre später, nämlich 1646, wird das Schloss auf Befehl des kaiserlichen Kriegskommissares in einen besseren Verteidigungszustand gebracht, da Stadt und Schloss während des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648 ) unter Plünderungen zu leiden hatten.
Im Jahre 1668 werden die Stadt und das Schloss von Truppen Ludwig des 14. besetzt. Bei ihrem Abzug 1689 zerstören sie das Schloss komplett, wie folgendes Zitat belegt:

"(...) zu forderst mit Strohe von oben bis unten auß ahngefüllet, mit Pech und Teer beschmieret, auch verschiedene Mienen angelegt gehabt, sich herausgezogen, ahn die Lehnpforte posieret, dasselbe in Brand gesteckt, auch die Mienen springen lassen, solchergestalt, daß nichts übrig blieben als einig Mauerwerk, sondern alles mitsambt den darin befindlichen Mobilien, so die Bürgerschaft und vorigen Amtseingesessenen gutenteils darin schaffen müssen, in Rauch aufgegangen".

Das Schloss Sinzig "war dergestalt zum Steinhaufen gemacht worden".

Im März des Jahres 1806 wird das Grundstück mit den Ruinen des Schlosses und dem angrenzendem Ackerland von der französischen Domänenverwaltung an die Herren Broicher und Hertgen in Sinzig verkauft.
1850 dann erwerben Gustav und Adele Bunge das Schlossgrundstück.
Gustav Bunge läßt1854 den Schloss-Neubau nach Plänen des des Baurats Vincens Statz (Köln) im Stil der Gotik beginnen.
Die Fertigstellung des Außenbaus erfolgt 1858; der Innenausbau wird schließlich 1867 vollendet.
Zeitweise wurde die Burg vom Marktgrafen Karl dem vierten selbst bewohnt.
Das Schloss Sinzig als "bürgerliche Burg"
Eine intensive Beschäftigung mit den Burgen des Mittelrheingebiets nahm beim preußischen Königshaus ihren Anfang, nachdem das Gebiet in ihren Besitz gelangt war.

" Im Zuge der rheinischen Kulturpolitik Preußens plante man systematisch Wiederherstellung oder Wiederaufbau der Burgen. Die " politische Kultur- und Denkmalpflege sowie Demonstration der preußischen ' Wacht am Rhein ' gegen Frankreich " gehörte zu den Motiven hierzu.

Dieses Interesse wurde schon früh nicht nur von adeligen, sondern auch von bürgerlichen Bauherren geteilt; diese kauften nun ihrerseits Burgruinen und ließen sie wiederaufbauen.

Da ein wirtschaftlich einflussreiches Großbürgertum vor allem zuerst im Rheinland in Erscheinung getreten war, entstand im Gebiet des Mittelrheins und seiner Nebenflüsse eine große Zahl von Villen, deren Bauherren versucht hatten, ihnen das Aussehen von Burgen zu geben. Die großbürgerliche Gesellschaft versuchte die Lebensweise und der Adeligen zu imitieren und zu übertrumpfen, was den Aufwand anbetraf; beim Adel dahingegen hatte der Burg- und Schlossbau die Aufgabe, die Familiengeschichte und -tradition zu verkörpern. Da dem Großbürgertum aber die Legitimation des Adels (angestammter Wohnsitz, Stammbaum) fehlte, und somit eine wirkliche Angleichung nicht stattfinden konnte, gehörten Bilder eines Regenten oder historischer Herrscherfiguren zur Ausstattung von Burgen oder Villen im Besitz des Bürgertums.

Das Schloss in der Gegenwart

Die "Bonner Rundschau" vom 11. März 1950 berichtet über Pläne zur Einrichtung eines Sanatoriums für kranke Heimkehrer.

Im Jahr 1952 kommt das Schloss jedoch in Besitz einer GmbH (an der auch die Stadt mit 20% beteiligt war), die das Schloß dann1954 in den Besitz der Stadt Sinzig übergibt.

Das Turmzimmer dient heute als standesamtliches Trau-Zimmer. Der größte Teil des Gebäudes wird als Heimatmuseum genutzt, dessen Sammlungsschwerpunkt die Geschichte der Stadt Sinzig ist.

Seit 1957 gibt es eine ständige Ausstellung in fünf Räumen des Schlosses. Besonders hinzuweisen ist hier auf den Nachlas des Malers Johann Martin Niederee, welcher sich größtenteils im Besitz dieses Museums befindet.

Quellenhinweise:
Rheinische Heimatpflege-29. Jahrgang -Neue Folge

1. Zit. nach BRUCHHÄUSER 1953, S. 80f.

2. M. BACKES / G: STANZL, Burgruinen- Freizeithobby oder archeologische Kulturdenkmäler ?

In: Burgen und Schlösser 1987/ II, S. 57-66, hier S. 57.

Der Zehnthof in Sinzig

Der Zehnthof steht auf den Resten einer römischen Anlage (Villa) und ist als Teil der Pfalz 762 zum ersten Mal urkundlich erwähnt

855 wurde er an das Aachener Marienstift geschenkt.

Unter Beibehaltung alter Bausubstanz erfolgte 1855 bis 1876 ein Umbau.

In den 1970er Jahren wurde der Zehnthof, den ursprünglichen Abrissplänen der Stadt zum Trotz, in privater Initiative wiederhergestellt und komplett restauriert.

Er weist große Wandgemälde, einen großen Rittersaal und umfangreiche Deckenbemalungen auf.
Quelle, Bilder und weitere Informationen:
www.muut.de/Zehnthof/Zehnthof.html