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Die Marksburg

Sie ist die einzige Burg am Mittelrhein, die nie zerstört wurde

Die Marksburg strahlt seit ihrem Neuanstrich wie eine Perle über dem Rhein. Foto: Kleuske/CC-By-SA/Wikipedia

Am Mittelrhein, über der Stadt Braubach, liegt auf einem 140 Meter hohen, waldbewachsenen Schieferfelsen die Marksburg. Sie ist als einzige Burg am Rhein seit dem Mittelalter nahezu unversehrt geblieben. Im letzten Jahrhundert wurde ein älteres Gebäude durch einen Brand zerstört, 1945 entstanden bei einem Bombenangriff einige kleinere Schäden. Das gotische Erscheinungsbild mit den vielen Türmen und Erkern und dem Bergfried in der Mitte ist jedoch bis heute unverändert.

Auf den eigentlich romanischen Ursprung weisen nur noch einzelne Elemente hin, da die Burg aus vielen unterschiedlichen Teilen besteht, die zu verschiedenen Zeiten erbaut wurden. Die Edelherren von Braubach bauten im 12. Jahrhundert die erste Befestigungsanlage. Die dazu gehörenden Zwinger, Basteien und Rundtürme wurden im 15. und 16. Jahrhundert ausgebaut und ergänzt. Mitte des 17. Jahrhunderts wurde das äußere Tor, ein Zugbrückentor, hinzugefügt. Von dort führt ein Tunnelgang zu einem weiteren, älteren Tor, durch das man in die äußeren Zwinger gelangt. 

Über eine in den Fels gehauene Reitertreppe erreicht man schließlich den inneren Burghof. Um ihn herum stehen der Nordbau, der Rheinbau und der Palast (Saalbau). Der Nordbau war der alte Palast und ist romanischen Ursprungs, wurde aber ab dem 18. Jahrhundert stark verändert. Zu dieser Zeit entstand auch der Rheinbau, eine Ansammlung verschiedener Fachwerkbauten. Den neuen Palast mit seinen drei gotischen Ecktürmchen erbauten die Grafen von Katzenellenbogen, die ab 1283 für etwa zwei Jahrhunderte die Besitzer der Burg waren. Unter ihnen erlebte die Marksburg ihre Glanzzeit, denn um 1300 begann bei Braubach der Silberbergbau. Er verhalf den Grafen zu den nötigen Mitteln, die Marksburg so auszubauen, dass sie zum Vorbild für den mittelalterlichen Burgenbau wurde. Außer dem zweiten Palast fügten sie eine doppelte Ringmauer hinzu, einige Tore und den Bergfried in der sogenannten Butterfassform, die französische Vorbilder hat: Aus dem quadratischen Rumpf des Turms ragt ein schlankerer, runder Aufsatz vierzig Meter hoch in die Luft.

Zu Ende des 15. Jahrhunderts fiel die Marksburg an die Landgrafen von Hessen. Diese verstärkten mit zwei Vorbastionen, dem "Scharfen Eck"und dem "Pulvereck", und durch den Bau von Batterien die Befestigung der Burg. Sie wohnten jedoch nur noch ein knappes Jahrhundert dort und verlegten ihre Residenz dann in die nahegelegene Philippsburg. Die Marksburg diente danach vor allem als Bergfeste und Gefängnis. Nachdem sie 1866 in preußischen Besitz gekommen war, übergab Kaiser Wilhelm II. sie 1900 der gerade gegründeten Deutschen Burgenvereinigung, die sie vollständig restaurierte und bis heute dort ihren Sitz hat.