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Burg Trifels

war einst Aufbewahrungsort der Reichsinsignien und Gefängnis von Richard Löwenherz

Es ist nur ein schmaler Grad aus Buntsandstein, auf dem die Burg errichtet wurde. Foto:Rheintal.de
Burg Trifels. im Südostteil des Pfälzer Wald Foto: Müller/Pfalz
Kopien der Reichsinsignien Krone, Zepter und Reichsapfel. Foto: Rheintal.de
Kopie des Reichsapfel in der Burg Trifels. Foto: Rheintal.de
"Richard Löwenherz" in seiner Zelle im Museum Annweiler. Foto: Rheintal.de

Eine der bedeutendsten und bekanntesten Burganlagen an der Grenze zum Rheintal und dem Pfälzer Wald, steht in der Nähe des Städtchens Annweiler, nahe der Südlichen Weinstraße. Wer von der Rheinebene kommend sich auf der B 10 dem Ort nähert, erblickt von weitem den majestätischen Bau, der aus rotem Sandstein errichtet ist. Die Reichsburg Trifels wird erstmals um das Jahr 1081 erwähnt. Damals herrscht der Salierkönig Heinrich IV. Ob sie ihm gehört oder seinem Gegenkönig, Herrmann von Salm, ist nicht bekannt. 

Es gibt Spekulationen, wie die Burg zu ihrem Namen gekommen ist. Der Name "Tri-fels" = "3 Felsen" ist wahrscheinlich auf das Zusammenspiel dreier auffallender Bergkegel, von denen die südlich gelegenen die Burgruinen Anebos und Scharfeneck tragen, zurückzuführen. Ein schmale Felsgrat , auf dem die Burg errichtet wurde, ist das Fundament der Anlage. Sie liegt 494 m über dem Meer und 310 m über Annweiler.

Das Schicksal der Stadt  und der Burg sind seit tausend Jahren eng miteinander verbunden. Der Aufbewahrungsort der Reichsinsignien macht Burg und Stadt weit über die Grenzen der Region bekannt. Zu den Insignien gehören, die Krone, das Szepter, der Reichsapfel, das Reichskreuz  mit den darin enthaltenen Reliquien, ein Stück Holz vom Kreuz Christi. Geht ein König auf Reisen, werden die Insignien von einer Delegation des Königs an den Zielort gebracht. Später, als Unruhen im Land zunehmen und die Wege unsicherer werden, verbleiben die Kostbarkeiten auf der Burg Trifels.

Die Originale sind nicht mehr auf der Burg gelagert. Sie befinden sich nach wechselndem Schicksal in der Wiener Hochburg in Österreich. Und doch lohnt sich ein Besuch des "Trifels-Schatz", denn die hier aufbewahrten Kopien sind den Originalen zum Verwechseln ähnlich. Sogar kostbare Edelsteine sind in die Kopien eingearbeitet. Einer der bis heute bekanntesten Könige, war der Engländer Richard Löwenherz. Auf der Heimreise von seinem dritten Kreuzzug aus dem Heiligen Land wird er in Österreich gefangen genommen. Der englische Herrscher hat Streitigkeiten mit dem Französischen König und auch Herzog Leopold von Österreich ist durch den Engländer beleidigt worden.

Heinrich VI. und König Leopold einigen sich, den Gefangenen zu eine Lösegeld-Zahlung zu zwingen,  die sie sich teilen werden. So gelangt Löwenherz  1192 zum Reichstag an den Oberrhein. Er wird in Speyer an den Deutschen Kaiser ausgeliefert und als Gefangener zur Burg Trifels gebracht. Am 4. Februar 1194 wird Richard Löwenherz dazu gezwungen, sein Königreich dem Kaiser zu übertragen, der das Land als Lehn an ihn wieder abgibt. Erst als alle Forderungen erfolgt sind, darf er die Burg und das Land verlassen. Die Landbevölkerung zerstört in Folge des Bauernkriegs viele Burgen in der Pfalz, jedoch bleibt Burg Trifels bis 1525 unzerstört.

Endgültig verlassen wird sie nach dem 30jährigen Krieg als 1635 die Pest im Land ausbricht. In den nachfolgenden Jahren wird das Gebäude von der Bevölkerung und von zahlreichen Herzögen als Steinbruch verwendet, bis sich 1866 der Trifels-Verein gründet und dem Raubbau an Rotsandsteinen ein Ende bereitet. Die heutige Burg Trifels hat nur noch wenig mit dem Originalbau von damals gemeinsam und dennoch gehört sie heute zu den schönsten Burganlagen der Süd-Pfalz.