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Burgruine Guttenberg

Sie steht im Mundatwald, nahe der französischen Grenze bei Wissembourg Elsass

Blick auf das Gelände der Oberburg. Foto Rheintal.de
Der rekonstruierte Bergfried ist weit sichtbar. Foto: Rheintal.de
In den Sandstein eingearbeitete Balkenhalterungen. Foto: Rheintal.de
Das Felsplateau auf dem die Burg errichtet wurde, liegt ca. 220m hoch. Foto: Rheintal.de
Blick in den Innenhof der Burganlage. Foto: Rheintal.de

Nur einen Steinwurf von der französischen Grenze entfernt, nahe der Stadt Weißenburg (franz. Wissembourg), stehen die Reste der Burg Guttenberg. Sie wurde von den Erbauern auf einem 220 m hoch gelegenen Bergkegel errichtet und thronte einst weit sichtbar über die Hänge des Mundatwaldes bis ins Rheintal. Die Gesamtanlage hat eine Ausdehnung von 70 m Länge und ca. 35 m Breite. Erstmals wird sie um das 12. Jahrhundert in Urkunden erwähnt.

Ihre Entstehungsgeschichte ist jedoch weitgehend unbekannt. Auch wie sie zu ihrem Namen gekommen ist, darüber gibt es nur Vermutungen. In den ersten Jahrhunderten nach der Erbauung, wechseln die Besitzer häufig. Großen Einfluss über die Schutz- und Wehrbauten der Region, so auch über die Guttenburg, hatten die Leininger Grafen um das 13. Jahrhundert. Ihre Macht reichte bis weit über die Grenzen des Pfälzer Waldes. Die Hauptresidenz war die Hardenburg, nahe der heutigen Stadt Bad Dürkheim. Bis zum Beginn des Mittelalters gehen die Besitzverhältnisse über die Guttenburg hin und her.

Verpfändungen und Vererbungen als Folge von Eheschließungen gehörten zur Normalität. So umfangreich die Quellen über die jeweiligen Besitzer ihrer Zeit sind, um so spärlicher wird über den jeweiligen Zustand und Erhaltung des Gebäudes berichtet. Wehrbauten, die auf Felsplateaus oder an Felsformationen errichtet wurden, haben in der Regel eine Vorburg, eine Unterburg und natürlich Versorgungsanlagen, wie Zisterne und Vorratsspeicher, so auch die Guttenburg.

Die Fundamente der Wohn- und Wehrgebäude sind heute bekannt und zum Teil freigelegt worden, wodurch eine gute Rekonstruktion ihres damaligen Aussehens möglich war. Die meisten erhaltenen Reste weisen Stilmerkmale des 13. und 14. Jahrhunderts auf. Bauliche Rückschlüsse bis zur Entstehungszeit sind nicht mehr möglich. Es ist urkundlich nicht bekannt, ob während des Bauernkrieges 1525 die Burg zerstört wurde. Warum aber sollte gerade die Guttenburg von den aufgebrachten Bauern verschont worden sein, die alle anderen Burgen in der Umgebung angriffen und zerstörten.  

Bis zum Jahr 1559 gehörte das Anwesen mit den nahe gelegenen Dörfern Dörrenbach, Ober- und Unterotterbach, Schweigen und Rechtenbach den Eignern der Kurpfalz und Pfalz-Zweibrücken. Mit dem Beginn der Französischen Revolution gerät die Guttenburg immer mehr in Vergessenheit und es wird berichtet, dass sie bereits zu dieser Zeit nur noch als Ruine existierte. Damit teilt sie das Schicksal vieler anderer Ruinen der Region, die zunehmend als Steinbruch genutzt wurden.

Einige Burgteile, die nachweislich noch im 18. Jahrhundert standen, fehlen heute völlig. Erst im 19. Jahrhundert setzten sich Privatpersonen und amtliche Stellen für die Erhaltung der Burgreste ein. Im 2. Weltkrieg befindet sich die Guttenburg zwischen der Maginot-Linie und dem Westwall, der von der Wehrmacht entlang der französischen Staatsgrenze errichtet wird. Nur wenige Meter vom einstigen Burgring entfernt, entstehen mächtige Schutzbunker, die auch heute noch den Wanderer an eine dunkle Zeit der jüngeren Vergangenheit erinnern.

1949 wird das Gebiet um die Guttenburg und dem Mundatwald unter französische Verwaltung gestellt. Mit den längst überfälligen Konservierungsarbeiten an der Ruine wird begonnen, nachdem 1989 die französischen Behörden die Gebiete zurück gibt.