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Die Hardenburg

Sie war einst ein Prachtbau am Rand des Pfälzer Waldes, nahe Bad Dürkheim

Blick in den Burginnenhof. Foto Rheintal.de
Innenhof der Burganlage. Fot Rheintal.de
Blick von der Burg in den Pfälzer Wald. Foto: Rheintal.de
Prachtgartenanlage. Fot Rheintal.de
Modell der unzerstörten Burganlage. Foto: Rheintal.de

Es sind nur wenige Kilometer von Bad Dürkheim, Richtung Kaiserslautern, bis man das kleine Dörfchen Hardenburg am Rande des Pfälzer Waldes erreicht. Etwa 100 m über dem Ort, liegt eine der größten Burgruinen von Rheinland-Pfalz.

Die letzte Zerstörung dieser Wehranlage wurde durch französische Revolutionstruppen vollzogen. Sie brannten am 29. März 1794 die Burg nieder, sprengten das Westbollwerk und zerstörten die Inneneinrichtung. Die verbliebenen massiven Mauerreste lassen kaum vermuten, dass hier einst eine schlossähnliche Festung stand.

Die Gründung der Hardenburg, deren Namen vermutlich von Hart = Wald abgeleitet wurde, geht auf die Jahre zwischen 1206 und 1214 zurück. Die damaligen Burgherren sollen streitlustige und machthungrige Männer gewesen sein, die erkannten, dass man als Schutzmacht Geld und Waren eintreiben konnte. Auch wenn der Grund und Boden, auf dem sie ihren Herrschaftssitz errichteten, der Kirche gehörte und der Abt für den Bau keine Erlaubnis erteilt hatte.

Die Grafen von Leiningen vergrößerten den Reichtum, u.a. auch durch Erbschaften. So übernahmen sie auch Teile vom nahe gelegenen Lothringen. Eine der wichtigsten Handelsstraßen führte von Lothringen durch ihr Hoheitsgebiet zum Rhein. Die Sicherung der Straße und die damit verbundenen Geleitrechte garantierten stetige Einkünfte über viele Jahrhunderte.

Der Einfluss und die Macht der Grafen von Leiningen wurde so groß, dass sie 1779 zu Reichsfürsten ernannt wurden. Ihre Machtstellung war jedoch nicht von langer Dauer, denn es begann die Französische Revolution. Die Burgherren von damals lebten in einem prächtig ausgestatteten Gebäude.

Die Treppentürme waren mit Fenster ausgestattet, elegante Portale, riesige Vorratskeller lassen auf gehobene Wohnkultur schließen. Bei Restaurationsarbeiten fanden sich Reste von chinesischem Porzellan sowie Austernschalen. Danach ist anzunehmen, dass die Grafen auch Feinschmecker waren. Im 19. Jahrhundert wurde die Hardenburg, wie zahlreiche andere Burgen in der Region, zerstört und riesige Mengen von Baumaterial zum Bau von anderen Objekten verwendet.

Der Besucher betritt die Burg heute durch ein 8 m hohes Tor. Die gesamte Anlage wurde aufwendig saniert, die Wege in und an dem Gebäude für Besucher gesichert. Das Tor-Rondell aus dem 16. Jahrhundert hat einen Durchmesser von 22,5 m, der Kugelturm ist 18 m hoch. Er sollte die Stärke und Uneinnehmbarkeit der Hardenburg den Angreifern vermitteln.

Obwohl von der Oberburg, den Wohn- und Arbeitsräumen kaum noch etwas erkennbar ist, lohnt ein Besuch. Der Ausfallgarten wurde nach Plänen so wieder hergestellt, wie er im Jahre 1587 angelegt worden war.