Logo - Rheintal.de das Portal für die Rheinregion und drüber hinaus.

Essen und Trinken bei den Römern

eine Mischung aus mediteraner Küche mit lokalen Zutaten

In Villa rustikas spielte sich das normale Leben der sesshaft gewordenen Römer ab.
Original Kochstelle in der Villa rustica in Bad Neuenahr
"Gutes" Wasser spielte für die Römer eine sehr wichtige Rolle - zum baden und kochen.

Das Frühstück der Römer, die in den nördlichen Provinzen lebten, bestand aus Brot, Käse, Eiern, Milch und Steinfrüchten, die nur eingelegt genießbar sind - Oliven. Dies ist heute durch Funde von Essen-Resten und niedergebrannten Speiseräumen, Brunnen und Latrinen belegt.

Zum Abendessen in wohlhabenderen Haushalten wurden mehrere Gerichte aufgetischt. Eine typische Gangfolge erinnert schon eher an ein mediterranes Menü: Als Vorspeise gab es Häppchen aus Fisch, Gemüse oder Krusten- und Schalentieren, weich gekochte Eier oder einen Salat. Der Hauptgang bestand aus Fleisch- oder Fischgerichten mit verschiedenen Saucen und Würzen.

Besonders beliebt war eine Fischsauce aus ausgepressten Sardellen. Abgerundet wurde das Essen von weichem Käse, Früchten und Gebäck. Frauen und Kinder aßen sitzend, Männer hingegen lagen zu Tisch. Da die meisten Speisen mit den Händen gegessen wurden, griff man häufiger als heute zur stets bereitliegenden Serviette. In ganz vornehmen Kreisen standen Diener mit Wasserkannen und Waschschüsseln bereit, damit man sich jederzeit die Hände reinigen konnte. 

Vor dem geistigen Auge erscheinen unwillkürlich Bilder aus dem Comic von Asterix und Obelix. Dort liegen dekadente Senatoren und Provinzstatthalter in prachtvoll ausgestatteten Räumen auf Bänken, die seiden gepolstert sind und goldene Füße in Form von Löwentatzen haben, und lassen genüsslich eine Leckerei nach der anderen in sich hineingleiten – etwa in Entenfett und Honig gesottene, mit Maronen gefüllte Schweins Kaldaunen. Manchmal mussten es auch Austern sein. 

An keiner anderen Stelle des ehemaligen römischen Reiches wurden so viele Funde von Austernschalen und Pfirsich gemacht wie an der Rheinfront. Nachgewiesen sind außerdem Feigen und Datteln aus Nordafrika, indischer Pfeffer und italienischer Knoblauch. Griechische, spanische und italienische Weine wurden in eineinhalb Meter hohen Fässern heran gekarrt und vor Ort in Kupferkessel oder Amphoren umgefüllt.