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Raetia

so heisst die erste römische Provinz in der Alpenregion

Durch Schmuck und Münzen lassen sich Zeiteinstufungen genauer ermöglich.
Alltagsgegenstände der Römer sind vor allem Werkzeuge. Sie wurden an Strassen und Siedlungsorten gefunden.

Nach der Niederwerfung der Helvetier und deren Verbündeten um das Jahr 58 v.Chr., beginnt der römische Feldherr Caesar mit seinen Eroberungszügen gegen die Germanenstämme im Norden Galliens. Dies hat zufolge, dass er sichere und gute Nachschubwege für seine Truppen benötigt. Waffen, Nahrungsmittel, Werkzeuge, bis hin zu gewöhnlichen Alltagsgegenständen, müssen von Italien in den Norden gebracht werden. 

In den Anfangsjahren der Eroberungszüge, gibt es nur wenige Gutshöfe und Fabrikationsstätten, die zur breiten Versorgung der Truppen hätten beitragen können. Von Stadtgründungen ist ebenso noch keine Rede. Die ersten Kastelle, die zur Unterbringung der Soldaten und der wenigen römischen Zivilisten gebaut werden, entstehen vor allem dort, wo sich günstige Straßenknoten anlegen lassen oder bereits vorhanden sind. Die Region Alpenrhein als Siedlungsgebiet zu nutzen, scheint für die frühen römischen Eroberer nahezu bedeutungslos zu sein.

Funde von Münzen, Alltagsgegenständen, Kleidungs- und Rüstungsteilen entlang der Wege belegen jedoch, dass sich viele Römer am jungen Rhein bewegt haben mussten. Die natürliche Barriere Alpen zu überwinden, ist für die Soldaten eine körperliche Herausforderung und große Tortur. Sie schleppen neben ihren Rüstungen die Verpflegung für Wochen mit sich und nicht selten sind sie durch zurückliegende Kampfhandlungen verletzt oder krank.

Zu einem der ältesten Orte der Alpen-Region gehört Chur. Auf einer alten römischen Straßenkarte aus dem 4. Jahrhundert, ist Chur als „Curia Raetorum“ eingezeichnet. Drei alte Passstraßen führen in Curia zusammen: von Splügen, Julier und Albula. Sie vereinen sich in Chur zur Römerstraße, die nach Norden, weiter in Richtung Bodensee führt. Der heutige Schweizer Raum findet in den historischen Quellen nur wenig Bedeutung, wahrscheinlich deshalb, da kaum Widerstand durch die geschlagenen Helvetier entgegen gebracht wird.

Bei dem Alpenfeldzug durch Caesar, wird das gesamte Gebiet bis weit in den Westen unterworfen. Um das Jahr 16 v.Chr. startet P. Silius Nerva mit einem Heeresverband über die Bündner Alpen. Hierbei wird die Alpenrhein-Region eingenommen. Kurze Zeit später startet Tiberius von Westen die Eroberung der Raetischen Alpen. Drusus zieht derweil mit seinen Truppen von Süden kommend über den Brenner. Es folg eine etwas ruhigere Zeit, die die römischen Besatzer nutzen, sich an verschiedenen Orten langfristig einzurichten. Sie gründen Städte und bauen Kastelle entlang der Donau und dem Rhein.

Die verlorene Schlacht im Teutoburger Wald unter der Führung von Varus im 9. Jahrhundert n.Chr. und die Vernichtung von drei römischen Legionen, macht ein Umdenken bei den Besatzern erforderlich. Tiberius veranlasst, die Sicherung der Grenzen am Rhein völlig neu zu strukturieren.
Quellen: Grenzen des Römischen Imperiums, Das Buch vom Rhein, Wikipedia. u.a.