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Unter - und Obergermanien

Der Vinxtbach bei Bad Breisig am Mittelrhein war die linksrheinische Grenze

Der Vinxtbach mündet bei Stromkilometer 623,5 in den Rhein. Foto: Rheintal.de
Wo heute die B9 den Vinxtbach quert, verlief zur Römerzeit die linksrheinische Heerstrasse von Köln nach Mainz. Foto: Rheintal.de
Gegenüber der Vinxtbach-Mündung errichteten die Römer den ersten Limes Wachturm. Hier die Rekonstruktion an fast gleicher Stelle. Foto: Rheintal.de

 

Südlich der Stadt Bad Breisig mündet der kleine Vinxtbach in den Rhein. Er entspringt in der Hoch-Eifel. Von dort suchte er sich den Weg vorbei an oder durch Ortschaften, des ehemaligen „Ländchen Breisig“, dem heutigen Gebiet der Verbandsgemeinde Bad Breisig. Die Römer, die seit 50 v. Chr. am Rhein Fuß gefasst hatten, nannten den kleinen Bach „Abrinca“. Er teilte bereits unter Kaiser Augustus 29 v. Chr. das römische Rheinland in Ober- und Untergermanien, Germania superior und Germania inferior. Die Hauptstädte waren Mainz und Köln.

Der Vinxtbach trennte auch die damaligen Gebiete der Treverer und Ubier und später Ober- und Unterlothrigen zwischen Kurköln und Kurtrier. Die Grenze zwischen den beiden Bistümern Köln und Trier liegt noch heute nur wenige Kilometer vom Bachlauf entfernt, bei Oberwinter. Der Vinxtbach war auch die Grenze zwischen der rhein- mittelfränkischen Mundart, nördlich die kölnische ripurarische Mundart, südliche die moselfränkische.

Gegenüber der Vinxtbach Mündung, auf der rechten Rheinseite, begann der Grenzwall Limes. Die Römer errichteten ihn um 100 bis 150 n. Chr. als Schutzwall vor den anstürmenden Germanen. Noch heute sind Fundament-Reste von mehreren Wachtürmen erhalten. Der erste Turm stand in unmittelbarer Nähe des Rheinbrohler Kastell, nur wenige hundert Meter vom Rheinufer entfernt. Zur Erinnerung an den einst hier beginnenden Rätischen Limes, wurde ein original Nachbau errichtet.

Lange Zeit erfüllte der Limes seine Aufgabe als Schutzwall der rechtsrheinischen Siedlungen. Die staatlichen Zinsbauern in dieser Gegend waren Veteranen, meist Söldner germanischer Abstammung. Sie bildeten zugleich die Reserve für den Grenzschutz. 259 erstürmten germanische Scharen den Limes und erstürmten u.a. das Lager „Bibera“ bei Niederbieber nahe Neuwied.

Quellen: „Vom alten Breisig und seiner Nachbarschaft“ von Josef Breitbach, Wikipedia, Die Römer an Rhein und Donau, u.a.