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Die Neandertaler

Sie waren die Rheinländer vor mehr als 40.000 Jahren

Rekonstruktion des Neadertalers nach den Funden von Knochenresten
Darstellung einer Wohnszene (Rheinisches Landesmuseum Bonn)Foto:Rheintal.de
Fellkleidung schützte vor Kälte und Nässe. Foto:Rheintal.de
Mit Wurfwaffen wurden kleine und große Tiere erlegt.
Rheinisches Landsmuseum Bonn, Foto:Rheintal.de

"Wir werden nicht nur zeigen, wie die Neandertaler ausgesehen haben könnten, sondern wir werden das Antlitz des gefundenen Neandertalers sehen. Die Rekonstruktion wird so genau sein, dass selbst die detaillierten Gesichtszüge bei der Schädelnachbildung sichtbar werden." Mit dieser Prognose gingen die Wissenschaftler vor der Eröffnung des Neandertaler Jahrs 2006 an die Weltöffentlichkeit. Und tatsächlich wurde von den Forschern nicht zu viel versprochen.

Jedes Barthaar, die Augen, Ohren, Mund, ja sogar die Haut wurden so lebensecht wiedergegeben, dass nahezu jeder Betrachter, der sich der Neandertaler-Plastik nähert, fasziniert vor ihr verweilt. Die Rekonstruktion des Schädels mit Hilfe der Computertechnik, ermöglichte eine detaillierte Wiedergabe der Gesichtszüge des Menschen, der vor ca. 40.000 Jahren gelebt hat.

Der Fundort der Gesichtsknochen lag im Neandertal, nahe der heutigen Landeshauptstadt Düsseldorf. Bei Steinbrucharbeiten fanden Arbeiter Knochenreste, die sie für Höhlen-Bärenknochen hielten. Nachdem sie der Naturforscher und Lehrer Johann Carl Fuhlrott in Augenschein genommen hatte, stand für ihn fest, dass es sich bei den Skelettresten um einen Menschen aus der Eiszeit handeln musste. Was dann folgte ist eine lange Geschichte, die bis heute noch nicht fertig erzählt ist.

Der Start zum Neandertaler-Jahr 2006 erfolgte dort, wo die Reste  des Urmenschen vor 150 Jahren zufällig gefunden wurden. Die Entdeckung des Neandertalers im Jahr 1856 zählt unbestritten bis heute zu den wichtigsten Ereignissen der Wissenschaftsgeschichte. In gleich mehrere Museen in Nordrhein-Westfalen wird das Leben der Neadertaler dokumentiert. Nur wenige Kilometer vom Fundort entfernt, entstand das Neadertal-Museum. Es geht den zentralen Fragen nach: Woher kommen wir?- Wer sind wir? Wohin gehen wir?

Auch das Rheinische Landesmuseum in Bonn zeigte eine ganze Reihe von historischen Kostbarkeiten aus längst vergangener Zeit. Das Leben in und zum Ende der Eiszeit war in unseren Regionen durch große Kälte geprägt. Zwar schwankte das Klima zeitweise auch in wärmere Phasen, doch die Gletscher, die vom Norden kommend weit in unser Land vorgedrungen waren, bestimmten die Vegetation und damit die Versorgung der Neandertaler mit Nahrung. Vor allem Fleisch von Großtieren stand auf dem Speiseplan. Wer keinen Schutz in Höhlen oder in Bergspalten fand, baute Zelte aus Tierhäuten und Fellen für die Familie.

Lange Zeit waren die Wissenschaftler der Ansicht, dass der heutige moderne Mensch den Neadertaler in der erdgeschichtlichen Präsenz ablöste. Doch diese These ist durch die historischen Funde und ihre Analysen schon lange widerlegt. Die letzten Neandertaler lebten auf dem gleichen zeitlichen Niveau wie der Homo sapiens. Sie lebten also über einen großen Zeitraum nicht nur zeitgleich, sondern vermutlich auch an gleichen Orten. Warum vor etwa 30.000 Jahren mit dem nahenden Ende der großen Eiszeit die Neandertaler ausstarben, bleibt bis heute Spekulation.