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Lauterbourg

Name:Lauterbourg
Land: Frankreich
Rheinabschnitt:Oberrhein
Rheinregion:Bas-Rhin – Elsass
Region: Region de Wissembourg
Stromkilometer:ca. 349.0
Rheinlage: linksrheinisch
mit direkter Rheinanbindung
Homepage: http://www.lauterbourg.fr

Lauterbourg - eine kleine schöne Stadt am Rand des Elsass

Besonders die jüngere Geschichte brachte Zerstörungen, Not und Leid der Bevölkerung.  

 

Die Suche nach Lauterbourg auf einer Gesamtkarte Frankreichs führt schnell zum Erfolg, wenn bekannt ist, dass die kleine Stadt am östlichsten Zipfel des französischen Festlands liegt, unmittelbar an der deutschen Grenze.

Die Römer errichteten hier an dem für sie so wichtigen strategischen Ort ein Kastell, um die Strasse, die Richtung Süden nach Basel und Richtung Norden nach Mainz führte, zu schützen. Bis etwa 400 n.Chr. sind sie in der Region anwesend. Die Franken, von denen zahltreiche Männer als Söldner im römischen Heer dienen, siedeln nördlich des Selzbaches, nachdem sie die Alemannen zum Ende des Jahrhundert besiegt hatten.

Nach der Teilung des Fränkischen Reiches fällt Lauterbourg an Lothringen und wird später durch Otto I. dem „Heiligen Römischen Reich“ zugeordnet. Urkunden belegen, dass in den folgenden Jahrhunderten das Bistum Speyer Eigner der Besitztümer von Lauterbourg wird. Der Ort erhält 1252 Marktrechte. Die Nähe zum Rhein und das Flüsschen Lauter, innerhalb des Ortsgebietes, ermöglichen den Bewohnern einen intensiven Fischfang und in den nahen großen Waldgebieten leben zahlreiche Wildtiere. Wer die Jagd- und Fischereirechte besitzt , kann von guten Geschäften ausgehen.

Lauterbourg wächst in dieser Zeit unaufhaltsam. 20 Gemeinden umfasst das Gebiet, das den Status einer Vogtei vom Bistum Speyer erhalten hat. Zum Schutz der Stadt errichten die Verantwortlichen den Bau einer Schutzmauer. Der doppelte Mauerring wird mit zwölf Wachtürmen ausgestattet.

Mit dem der Beginn der Neuzeit, kommen harte Zeiten für die Bürger Lauterbourgs und die Bevölkerung der Umgebung. Epidemien, Hungersnöte und Plünderungen durch vorbeiziehende Truppen zerstören nahezu alles und treiben die Stadt in den Ruin. 1648 wird Lauterbourg und das gesamte Elsass dem Königreich Frankreich zugeordnet. Im 18. Jh. wird die Stadt wieder aufgebaut und gilt fortan als befestigter Stützpunkt der Lauter-Linie. Der Fluss „Lauter“ wird schließlich beim Wiener Kongress 1815 als feste Grenze von Frankreich festgelegt.

In den kommenden Jahrzehnten wechselt die Zugehörigkeit zu Frankreich und Deutschland mehrfach. Nach dem Deutsch/Französischen Krieg 1871/72 gehört Lauterbourg zum Deutschen Reich, wird aber mit dem Vertrag von Versailles 1919 wieder französisch.Der Zweite Weltkrieg verändert erneut die Staatszugehörigkeit.

Das gesamte Grenzgebiet um Lauterbourg wird durch die nahe verlaufende Schutzlinie der Wehmacht dem „Westwall“ und der französischen „Maginot-Linie“ zum militärischen Brennpunkt. Die Zerstörung durch die deutsche Wehrmacht ist 1940 fatal, die Unterstadt liegt völlig in Trümmern. Am 19. März 1945 erfolgt die Befreiung durch die 1. Französische Armee.

Das kleine Elsass-Städtchen erlebt nach dem Zweiten Weltkrieg einen raschen wirtschaftlichen Aufschwung. Industriebetriebe siedeln sich an und nutzen die Nähe zum Rheinhafen.  In Lauterbourg werden nach dem Krieg zahlreiche historische Denkmäler wieder restauriert, sofern ihre Zerstörungen das es überhaupt zulässt.

Neben der alten Stadt Lauterbourg steht jenseits der Grenze auf deutschem Boden die Ansiedlung Neu-Lauterbourg, ein wunderschönes positives Beispiel wie aus ehemaligen Erbfeinden friedliche Nachbarn in einem vereinten Europa werden können.