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Düsseldorf-Kaiserswerth

Name:Düsseldorf-Kaiserswerth
Land: Deutschland
Rheinabschnitt:Niederrhein
Rheinregion:Metropolregion Rhein-Ruhr
Region: Reg.Bez. Düsseldorf
Stromkilometer:ca. 755.1
Rheinlage: rechtsrheinisch
mit direkter Rheinanbindung

 

Düsseldorf-Kaiserswerth - war einmal eine Reichsstadt auf einer Rhein-Insel

Durch den Theologen Theodor Fliedner wurde Kaiserswerth weltbekannt.

 

Den Düsseldorfer Stadtteil Kaiserswerth gibt es seit 1929. Davor war die direkt am Rhein gelegene Siedlung eine eigenständige Reichsstadt, die auf eine lange, turbulente Geschichte zurückblicken kann. Das älteste je in Düsseldorf gefundene Zeugnis ist der Kaiserswerther Menhir, eine Steinsäule, die auf das Jahr ca. 2000 v.Chr. datiert wird. 

Um das Jahr 700 n.Chr. errichtet der Benediktiner–Mönch Suitbert auf der Rheininsel ein Kloster. Nach seiner Zerstörung bauen die neuen Besitzer der Insel einen Königshof, der später zu einer Burg mit Festungscharakter erweitert wird. Die günstige strategische Lage erkennt 1045 der Salierkaiser Heinrich der III. Er gründete die Pfalz von Kaiserswerth. Einige Jahre später, Sohn Heinrich IV. ist geboren, führen Streitigkeiten zwischen kirchlichen und weltlichen Machthabern dazu, den erst elfjährigen Thronfolger der Kaiserpfalz zu entführen.

 

Erzbischof Anno II. von Köln bringt den jungen Heinrich auf sein Schiff und anschließend gegen den Willen der Kaiser-Familie nach Köln. Dort bleibt König Heinrich IV. bis zu seiner Volljährigkeit. Durch den Königsraub wir die Macht des Kölner Bischofs so gestärkt, das fortan die Kirche das Sagen hat. Das ändert sich erst, als Heinrich IV. die Staatsgeschäfte übernimmt.

 

Kaiser Barbarossa lässt 1135 eine neue Kaiserpfalz errichten und diese zu einer mächtigen Zollstation ausbauen. 1145 wird Kaiserswerth Reichsstadt. In den nächsten Jahrhunderten verlandet Kaiserswerth zunehmend. Der Rheinarm liegt nahezu trocken, die einstige Rheininsel ist für Angriffe anfällig geworden. Dennoch gelingt es den Machthabern in den kommenden Jahrhunderten den Status von Kaiserswerth zu halten und zeitweise zu steigern. Der Kölner Kurfürst baut bis 1424 Kaiserswerth zu einer mächtigen Festung aus und von kurzen Unterbrechungen abgesehen, wird sie von ihm und seinen Nachfolgern bis 1772 gehalten.

 

Zu Beginn des 17.Jh. wird Kaiserswerth als Folge des spanischen Erbfolgekriegs stark zerstört. Nach einer erneuten Besetzung durch französische Truppen, wird die Festung bis auf wenige Häuser vollständig dem Erboden gleich gemacht. Die Pfalz wird gesprengt. Die Trümmer zum Aufbau von Wohnhäuser genutzt, nachdem Kurfürst Joh.Wilhelm II. mit Hilfe verbündeter Truppen die alten Besitz-Verhältnisse wieder hergestellt hatte..

Nicht nur kriegerische Ereignisse fordern die Bevölkerung immer wieder heraus, auch die Naturgewalten wie das Rheinhochwasser. 1784 und 1795 zerstören riesige Eismassen auf dem Rhein Teile von Kaiserswerth.

Nachdem Theodor Fliedner und seine Frau nur wenige hundert Meter hinter dem errichten Rhein-Damm 1836 die Diakonissen Anstalt Kaiserswerth gründen, wird die bis dahin weitgehend nur national bekannte Ortschaft auch internationale wahrgenommen. Die Engländerin Florence Nightingale lässt sich hier ausbilden und erneuert nach der Rückkehr in ihre Heimat das Sanitätswesen und die Gesundheitsfürsorge in Großbritannien und den Britischen Inseln vollständig. Dabei wird auch bekannt, wo und von wem sie alles gelernt hat.

Heute ist Kaiserswerth ein schöner von Touristen gerne besuchter Stadtteil, der einen Charme ausstrahlt, der zum Verweilen und Erkunden einlädt. An vielen Ecken und Winkeln in den kleine Straßen tauchen Zeugnisse aus der Vergangenheit auf oder erinnern Tafeln, Schilder und Skulpturen an Ereignisse die nicht in Vergessenheit geraten sollen.

Sehenswürdigkeiten und Freizeittipps:

 

Ruine der Kaiserpfalz, Kaiserswerther Menhir, Suitbertus-Basilika, Suitbertus-Stiftsplatz, Theodor Fliedner-Stätten, Museum Kaiserswerth, Museum zur Kultur des Helfens, Kunstarchiv Kaiserswerth

 

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