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Hermann Claasen

Adenauer war von Claasens Bildern über das zerstörten Köln tief beeindruckt

Rathausplatz Foto:Hermann Claasen
Blick auf die Altstadt mit zerstörter Hohenzollernbrücke Foto:Hermann Claasen
Innenstadt Foto:Hermann Claasen
Alter Markt Foto: Hermann Claasen
Rheinufer mit Groß-Sankt Martin und Dom. Foto Hermann Claasen

Am 20.12.1899 wird Hermann Claasen in Köln geboren. Die Eltern betreiben ein Textilgeschäft, in dem er nach der Schulausbildung mitarbeitet. Ende der zwanziger Jahre muss das Geschäft aufgegeben werden. Der 30 Jahre alte Hermann wechselt zur Berufsfotografie und spezialisiert sich zunächst auf die Naturfotografie, später auf die Porträt- und Werbefotografie. 1936 legt er die Meisterprüfung für das Fotografenhandwerk ab.

Am 31. Mai 1942 werden sein Atelier und ein Teil des umfangreichen Archivs bei einem Bombenangriff auf Köln zerstört. Hermann Claasen begibt sich, trotz strengem Fotografierverbot mit seiner Kamera in die zerbombte Stadt. Es entstehen Aufnahmen von einer außergewöhnlichen, beeindruckenden Bild-Esthetik. Der damalige Kölner Oberbürgermeister Konrad Adenauer, wird auf die Claasen-Bilder aufmerksam und unterstützt den Fotografen bei der Veröffentlichung des SW-Bildbandes " Gesang im Feuerofen - Überreste einer alten deutschen Stadt".

Die Ausstellung der Trümmer-Fotografien, unter dem Titel: "Köln - Tragödie einer Stadt" und der Fotoband machen den Künstler über die Grenzen Kölns bekannt. Adenauer lässt sich von Claasen mehrfach porträtieren. Die Fotos werden später auch zu Wahlkampfzwecken eingesetzt. Es folgen Fotoaufträge benachbarter Kommunen, von Museen und aus der Industrie. 

Claasen wird in die Deutsche Gesellschaft für Photographie berufen. Dort lernt er in den 70iger Jahren den Berufskollegen Wilfried Täubner kennen, der in dem kleinen Dorf Forsten bei Kürten im Bergischen Land ein Fotostudio mit Galerie betreibt. Dort stellt er die Claasen-Fotografien aus. Diese Ausstellung gehört zu den letzten, die Claasen noch persönlich begleitet. Der gesundheitliche Zustand, vor allem die Sehkraft der Augen des nun über siebzigjährigen Künstlers, verschlechter sich mit zunehmendem Alter und so ist er gezwungen, seine Arbeit als Fotograf zu beenden. Hermann Claasen stirbt am 19. Dezember 1987 in Köln, einen Tag vor seinem 88. Geburtstag.