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Nicolai von Astutin

Ein russischer Maler und seine große Liebe zum Rhein

Mainz in der Abendstimmung
Die Pfalz im Rhein bei Caub
Köln in der Abendstimmung mit Schiffsbrücke und Dom
Blick auf die Loreley bei Sankt Goar
Blick auf den Mäuseturm und das "Binger Loch"
Rheinufer bei Braubach mit Marksburg
Rheinufer bei Oberwesel

Heute gehören seine Landschaftsbilder zu den Kostbarkeiten der Rheinromantik und werden auf Auktionen und in Galerien hoch gehandelt. Das war nicht immer so. Er teilte das Schicksal vieler Maler, die zeitlebens kaum so viel Einkünfte mit der Kunst erzielen, um die Familie zu ernähren.

Nikolai von Astudin wird 1847 in Moskau geboren und stirbt im August 1925 in Oberlahnstein am Rhein. Er stammt aus einem aristokratischen Familie und wächst in wohlhabenden Verhältnissen im Herzen Russlands auf. Sein Vater, Mitglied der Kaiserlichen Garde, kommt von einem Kriegseinsatz nicht zurück. Was mit Nikolais Mutter geschieht, ist nicht überliefert. So kommt der junge Nikolai zunächst bei Pflegeeltern und später bei der Großmutter unter. Schließlich wird er in ein Knabenstift in St. Petersburg gebracht, wo er nach dem Vorbild des Vaters, eine militärische Erziehung genießen soll.

Als junger Mann träumt er jedoch mehr von den großen Städten Europas, als von Kriegseinsätzen. Er legt die gehasste Uniform ab und machte sich auf den Weg in den Westen. Über Berlin kommt er nach Paris, wo er den berühmten Aquarellisten Cassaque sucht. Der nimmt sich ihm an, erkennt das junge Talent Nikolais und förderte ihn während der Aufenthaltszeit in Paris. Durch den Verkauf von Bildern kann sich der junge Künstler erlauben, weiter durch Europa zu reisen und sich in Galerien bekannt zu machen.

Entscheidend für seinen weiteren Weg soll dann die Begegnung mit Edouard Magnet werden. Er rät ihm, Deutschland und den Rhein zu besuchen. Dort lernt er die Faszination einer Landschaft kennen, von der auch Magnet geschwärmt hatte. In München begegnete er später dem Maler Carl Rottmann und Eduard Schleich, die ihn zwar ebenfalls beeinflussen, aber keinen Stil prägen können. Nikolai von Astudin zieht wie ein Wanderer durch die Lande. Seine Suche nach einem Ort, wo er für einige Zeit verweilen will, führt ihn schließlich nach Kassel. Dort lebt er ein paar Jahre.

Dann zieht er weiter Lahn abwärts und landete schließlich in den Städtchen Ober- und Nieder-Lahnstein am Rhein. In dem nahe gelegenen Dorf Braubach lernt er die Tiermalerin Johanna Meinecke kennen. Aus einer flüchtigen Freundschaft wird eine große Liebe. Nikolai von Astudin heiratete die 20 Jahre jüngere Johanna im Jahr 1886. Beide leben fortan in einer harmonischen Künstlerehe in Oberlahnstein, bis Nikolai sich von einer tückischen Krankheit nicht erholt und 1925 stirbt.

Nur ein Jahr später nimmt sich Johanna das Leben im Rhein. Vorher versucht die Witwe ihr Leben noch zu ordnen und die angefallenen Schulden zu begleichen. Sie verkauft die Bilder des verstorbenen Nikolai zu jedem Preis. Nicht zuletzt auch deshalb, da sie sich nie vorher um Geschäfte kümmern musste und wohl auch, dass sie nicht mehr in vollem Maße den Verhandlungstaktiken der Käufer folgen konnte. Vor ihrem Freitod schreibt sie das Gedicht und widmet es ihrem verstorbenen Mann.