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Das Siebengebirge

Eine beeindruckende und faszinierende Landschaft mit einer heißen Vergangenheit.

Blick auf den Drachenfels und die Eifel im Hintergrund.Foto: Rheintal.de
Blick vom Rheinufer auf das Siebengebirge mit dem Drachenfels. Foto: Rheintal.de
Ölgemälde mit Darstellung des Drachenfels und Teil des Siebengebirges
Die Felsformation des Stenzelberg war begehrtes Klettergebiet, heute sind sie zum Schutz der Natur gesperrt. Foto: Rheintal.de
Trachitblock mit Seilkerbe. Von den Römern zu Transportzwecken angelegt. Foto:Rheintal.de
Rüdernet mit Trachitblöcken die nicht abtransportiert wurden. Foto:Rheintal.de
Nur die Chorruine des Kloster Heisterbach steht heute noch. Foto:Rheintal.de

Eingebettet in den vorderen Westerwald, das Pleiser- und Drachenfelser-Ländchen, sowie den Kottenforst, liegt das Siebengebirge. An der Westseite fließt der Rhein, im Norden grenzt das Stadtgebiet an die ehemaligen Bundeshauptstadt Bonn. Dieser Landstrich ist der nördlichste Abschnitt der Mittelrhein-Region. Nur wenige Kilometer flussabwärts beginnt die Niederrheinische Bucht, auch Kölner Bucht genannt. Das Siebengebirge hebt sich als abweichendes landschaftliches Bild aus seiner direkten Umgebung.

Wer von Norden kommend, das flache, am Ufer des Rheins leicht ansteigende Landschaftsbild beobachtet, findet hinter Bonn, wo das Rheintal enger wird, steile Felsen und eine überraschend große Ansammlung an Kuppen und Kegeln vulkanischen Ursprungs. Die Silhouette der sieben Berge ist weithin sichtbar. Lange nachdem die Eifel und der Westerwald als Teile des Rheinischen Schiefergebirges gebildet waren, entstand ein Vulkanfeld mit mehr als 40 Erhebungen. Ob sich aus den benannten Erhebungen der Name Siebengebirge herleitet, oder ob die vielen „Siefen, Siepen, Seifen“ was so viel bedeutet wie schluchtartiges Tal oder schattige Senke ergeben hat, ist unbekannt.

Das Besondere findet sich sowohl bei der erdgeschichtlichen Betrachtung, als auch die damit verbundenen Folgen. Viele Jahrzehnte lieferten Steinbrüche den begehrten Trachit, um damit so berühmte Bauwerke wie den Kölner Dom oder das Bonner Münster zu bauen. Bereits die Römer holten tonnenweise den Stein aus den Bergen, um in Köln und anderen Orten entlang des Rheins, ihre massiven Bauten zu errichten.

Im Rüdernet, oberhalb der Stadt Königswinter, lag der begehrte Stein offen am Hang. Und noch heute sind die von den Römern mit Seilkerben für den Abtransport bearbeiteten Blöcke zu sehen. Die erdgeschichtlichen Gegebenheiten des Siebengebirges, haben wie keine andere Landschaft Deutschlands, bereits im frühen 18. Jahrhundert, das Interesse nicht nur bei Wissenschaftlern sondern auch den ersten Naturschützern geweckt. Zahlreiche Untersuchungen der geologischen Strukturen und vor allem die Einzigartigkeit der Flora weckte weltweit Interesse. 

So fanden die Wissenschaftler heraus, dass im Siebengebirge Pflanzen gedeihen, die es in Deutschland nicht oder wenn, nur sehr selten gibt. Das Siebengebirge ist das größte, zusammenhängende Naturschutzgebiet Nordrhein Westfalens. 2006 wurde der Landstrich in der Liste der ausgezeichneten nationalen Geotope aufgenommen.

Bis in die 70er Jahre gehörte das Siebengebirge mit seinen kleinen Weinorten am Rhein, zu den beliebtesten Touristenzielen für Besucher von nah und fern. Vor allem Gäste aus den benachbarten Niederlanden kamen gern und oft. Doch diese Zeiten sind lange vorbei, dass sich Touristenströme volltrunken mit dem "Drachenblut" dem Rotwein vom Drachenfels, durch die engen Gassen drängen.

Aber das Interesse nicht nur der Deutschen für die Besonderheiten der heimischen Regionen steigt wieder, das belegen die steigenen Übernachtungen. Wenn auch ein Teil des Charmes der vergangenen Tage in zahlreichen kleinen Orten im Siebengebirge durch unbedachte Baumassnahmen und der rasant gestiegenen Verkehrsdichte des Bahnverkehrs im Mittelrheintal leider auf der Strecke geblieben ist, so bieten sich dennoch dem Besucher zahlreiche Sehenswürdigkeiten, Wanderziele und nicht zuletzt ein guter Wein, vom nördlichsten Rheinwein-Anbaugebiet Deutschlands.