Logo - Rheintal.de das Portal für die Rheinregion und drüber hinaus.

Der Westerwald

Land zwischen Rhein, Lahn und Sieg

Der Druidenstein ist eine durch Erosion freigelegte Basaltformation. Foto: Geopark-Westerwald-Lahn-Taunus/CC-By-Sa-3.0/Wikipedia
Der alte Bahnhof in Altenkirchen
Evangelische Kirche in Almersbach, 12.Jahrhundert.Foto: Rheintal.de
Bismarckturm bei Altenkirchen. Foto:Rheintal.de

Der Westerwald ist jener Teil des Rheinischen Schiefergebirges, den Rhein, Lahn, Dill und Sieg aus dessen Nordostflügel heraus sägten. Die Talsäume dieser Grenzflüsse bleiben naturgemäß ausgeklammert.

Aber auch sonst ist die gebräuchliche Abgrenzung problematisch. Besonders im Norden greift die Tal-Landschaft der Sieg weit in das Festland vor. Manche Geologen rechnen noch das Gladenbacher Bergland oder Hinterland östlich der Dill hinzu, oder sie trennen das Hügelland westlich von Kas- und Pleisbach ab, so dass das Siebengebirge schon zum Mittelrhein gehört. Da aber nur wenige der vorgeschlagenen Demarkationslinien zwingenden Charakter haben, sei hier der Begriff möglichst weit gefasst.

Das durchschnittlich 300 bis 500 Meter hohe Plateau steigt aus den Grenztälern mehr oder weniger steil auf, obwohl besonders im Rheintal deutlich eine Terrassierung der Böschungen erkennbar ist. Neuwieder und Limburger Becken und die Ausläufer der Kölner Bucht bilden natürliche Einfallstore zum Bergland.

In seinen höchsten Teilen, dem Hohen Westerwald im Nordosten, bietet die Landschaft das Bild einer sanft gewellten, weiten Fläche mit eingestreuten Buckeln und nur gering eingedellten Tälern oder Mulden. Die höchsten Punkte Fuchskaute (657m), Stegskopf (654m) und Salzburger Kopf (653m) wirken wie unbedeutende Hügel, denn sie liegen kaum 60 bis 80m Meter höher als die nahe vorbeiführenden Straßen.

Ostwärts geht die Hochfläche über die Kalte Eiche im Quellgebiet von Heller und Dill ohne markante Grenzen zum Rothaargebirge über, nach Süden und Westen fällt sie um etwa 150m ab. Vorgelagerte Einzelberge, zum Teil vulkanischen Ursprungs, sorgen hier für ein abwechslungsreiches Relief.

In der Montabaurer Höhe erreicht der Westerwald noch einmal 546 Meter, ehe er steil und durch enge Tälchen zerklüftet zur Lahn abfällt. Zum Rhein hin wird die Hochfläche noch stärker gegliedert durch das Saynbachtal, die Tal-Landschaft der Wied und die Hügelkette östlich von Linz. Die Abdachung erfolgt in Richtung Siebengebirge allmählich.

Abwechslungsreich gestaltet sich der Abstieg zur Sieg, wo der Leuscheid als geschlossener und reich bewaldeter Höhenzug vor dem Siegtal liegt, die Nister in einem reich gegliederten Tal abfließt (Kroppacher Schweiz) und der hohe Seelbachskopf steil auf 532 Meter ansteigt.

Der Westerwald ist ein Waldland.Schon 1048 nannte man das Gebiet um Bad Marienberg den Wald im Westen. Unter natürlichen Bedingungen müsste dieses Mittelgebirge fast ausnahmslos vom Wald bedeckt sein.Unbewaldet oder zumindest aufgelichtet blieben lediglich die steilen Felshänge einiger Flusstäler und die Hochmoore. Die heutigen großen, waldfreien Flächen sind von Menschenhand geschaffen!

Text: Dr. Herrmann Josef Roth