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Die Niederrheinische Bucht

Aus tropischer Flora und Fauna wurde Braunkohle

Als Niederrheinische Bucht wird die im orange markierten Raum liegende Fläche bezeichnet.
Tropische Exoten gehörten zur Flora der damaligen Zeit. Vielleicht auch eine solche Schmucktanne.
Ackerbau vor den Toren der Stadt Köln.
Im Hintergrund Industrieanlagen von Köln und Wesseling.
Auf den fruchtbaren Böden wird mehrheitlich Getreide, Zuckerrüben und Kartoffeln angebaut.

Vor 30 Millionen Jahren sanken Teile des Rheinischen Schiefergebirges ab, und zwischen den heutigen Städten Aachen, Mönchengladbach, Düsseldorf, Köln und Bonn bildete sich ein Niederungsgebiet, mit einem üppigen, artenreichen Pflanzenwachstum in subtropischem Klima. Fünfzehn Millionen Jahre wuchsen hier Pflanzen, starben und versanken im Wasser und Schlamm der Moore.
Es entstand Torf. Die Schicht wurde dicker und dicker und wuchs bis zu 270 Meter an. Die Bäume, Sträucher, Gräser und Farne sowie Tierkadaver wurden schließlich durch den Druck der darüber liegenden Schichten zu Braunkohle gepresst. Dies spielte sich vor zwanzig Millionen Jahren im Erdzeitalter Tertiär ab. Die Saurier waren schon längst ausgestorben, jedoch vom Menschen noch keine Spur.
Vor sechs Millionen Jahren kühlte sich dann das Klima in der Region ab. Die vielen tropischen Pflanzen, wie Palmen, Mammutbäume oder Tropenfarne verschwanden. Forscher fanden im Boden fossile Reste von ihnen, sowie von Tieren, wie Schildkröten, dem Mastodonten, einem Vorfahren der heutigen Elefanten, oder dem Ur. Noch immer sank ein Teil des Rheinischen Schiefergebirges tiefer und das zuströmende Wasser floss schneller.

Die Vorläufer des heutigen Rheins gruben ein breites Bett durch das Gestein und brachten Abtragungsschutt von den Alpen, aus Frankreich sowie den südlichen Mittelgebirgen, wie Eifel, Hunsrück, Westerwald heran. Dort, wo das Wasser schnell floss, lagerte sich Sand und Kies ab. Wo die Transportkraft des Wassers nachließ, in den Flachwasserzonen, blieb Ton zurück. Die Grenze des Nordmeeres reichte zeitweise bis zu den Städten Mönchengladbach, Erkelenz und Aachen. Grundwasserbohrungen bei Mönchengladbach und Brüggen brachten 12 bis 14 Millionen Jahre alte Zähne von verschiedenen Hai-Arten zutage.

Die Braunkohleflöze liegen heute teilweise übereinander, getrennt durch Ablagerungen, zum Teil sind sie auch durch Verschiebungen der Erdkruste zerrissen. In der Region existieren vier große Braunkohlenschollen: Sie heißen Rur-, Erft-, Kölner und Venloer Scholle. Sie liegen zwischen 25 und 160 Meter unter der Geländeoberfläche. In der Niederrheinischen Bucht befindet sich das größte zusammenhängende Braunkohlerevier Europas. Hier ist der Heimatstandort des größten Schaufelradbaggers der Welt. Er hat die Ausmaße und das Gewicht einer Rheinbrücke. Die Rheinbraun AG fördert im Tagebau die Kohle - ein Rohstoff für Energie. Aus dem größten Teil wird in Kraftwerken der Rhein-Energie Strom erzeugt. Ein geringer Teil wird für die Herstellung von Braunkohlebrennstoffen verarbeitet. Die Braunkohle ist seit vielen Jahrzehnten ein wichtiger Wirtschaftsfaktor der Region.