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Die Köln Bonner Eisenbahn

88 Jahre KBE - Personen- und Güterverkehr

Der Silberpfeil ET 201 auf seiner letzten Fahrt zwischen Brühl und Bonn
Foto:Wolfgang Herdam
ET 47 auf dem Weg nach Köln. Vorbeifahrt am Wasserturm Wesseling-Urfeld.
Foto:Wolfgang Herdam
Der ET 32 fuhr bis zuletzt mit alten Pantographen als Stromabnehmer.
Foto:Wolfgang Herdam
Die Lok 693 wurde 1980 von der Rheinbraun an die KBE verkauft.
Foto:Wolfgang Herdam
Lok 88 am Bahnübergang Bahnhof Wesseling 1956.
Fotosammlung: Jean Riemann,Wesseling
Rheinuferbahn-Modell der Fa. Märklin 1921

Im Januar 1898 wird die Köln-Bonner Vorgebirgsbahn in Betrieb genommen. Zunächst erfolgt der Zugverkehr jedoch nur auf kürzeren Teilstücken. In den Folgejahren, nach der Jahrhundertwende, wird intensiv der Ausbau der Rheinufer-Strecke vorangetrieben. Im Mai 1908 kann der zweigleisige Bau entlang des Rheins abgeschlossen werden. Fortan gilt dieses Bahnstück als eine der modernsten Schnellverbindungen der Welt. Die Spitzengeschwindigkeiten der Züge liegen bei 80 km/h. Mit dem Ausbruch des 1. Weltkrieges wird vor allem an der Verbesserung des Güterverkehrs gearbeitet. Die damalige Betreibergesellschaft Cöln-Bonner Eisenbahn, investierte weiter in den Bau neuer Teilstücke, und so werden bald die Gemeinden Hürth, Hermülheim, Berrenrath an die Normalspurbahn angeschlossen.

Die Besetzung des Ruhrgebietes durch französische Truppen zu Beginn des Jahres 1923, hat für die KBE als private Eisenbahn, zunächst keine unmittelbare Folgen. Doch führt der Besatzungszustand zu enormen Geldeinbußen im Güterverkehr, dafür gibt es nach Aufhebung des Belagerungszustandes einen Aufschwung beim Personentransport. Mit der Deutschen Reichsbahn will niemand reisen, da sie in der französischen Zone von französischen Zivil- und Militäreisenbahnern in Eigenregie betrieben wird. In den dreißiger Jahren entstehen weitere Teilstücke. 

Oktober 1934 wird die Strecke Brühl-Mitte-Schwadorf von der schmalspurigen Kleinbahn auf den normalspurigen, elektrischen Betrieb umgestellt. Die Vorgebirgsbahn Köln-Brühl-Bonn wird elektrifiziert. Die Beförderungszahlen steigen sprunghaft an. In den Kriegsjahren von 1938-45 werden anfänglich pro Jahr 6,8 Millionen und später 20,3 Millionen Reisende befördert. Fliegerangriffe führen während des 2. Weltkrieges zu Schäden an den Anlagen der KVB. Ab Februar 1945 ist die Bevölkerung schließlich ganz auf den Betrieb der KBE angewiesen, die Reichsbahn hat den Dienst eingestellt. Am 3. März 1945 marschieren amerikanische Truppen in Köln ein. Die KBE stellt ebenfalls ihren Dienst ein.

Zur Mitte der fünfziger Jahre schafft es die KBE, zur modernsten, verkehrsreichsten, nicht-staatseigenen Eisenbahn heranzuwachsen. Bis zu 60.000 Menschen und 27.000 t Güter werden täglich transportiert. Hierfür stehen 314 Reise- und 206 Güterzüge zur Verfügung. Ende der fünfziger Jahre wird auch der Rangierbetrieb im Godorfer Hafen, in Kendenich und Brühl-Vochem vom Dampf auf Diesel umgestellt.

Mit dem Einsatz des Silberpfeil ET 201, schaut die Weltöffentlichkeit wieder ins Rheinland. Die KBE steht auf dem Höhepunkt ihrer Firmengeschichte. Im Laufe der sechziger Jahre werden erneut Teilstücke hinzugebaut und Hersel sowie Bonn-West mit dem Stadtteil Bonn-Tannenbusch an das Gesamtnetz angebunden.

Nach den rosigen Jahren wird im Laufe der siebziger Jahre die wirtschaftliche Lage des Unternehmens zunehmend schlechter. Die KBE klagt gegen das Land NRW, wegen fehlender Ausgleichszahlungen bei den auferlegten Sozialtarifen für den Berufs- und Schülerverkehr, sowie für die Unterhaltskosten der Bahnübergänge. Der Prozess wird verloren, und es geht weiter „bergab". Bahnhöfe werden geschlossen, Mitarbeiter entlassen. Am 8. November 1986 um 23.15 Uhr verläßt der letzte KBE-Reisezug den Bahnhof Köln-Barbarossa-Platz in Richtung Brühl-Schwadorf. Eine 88jährige KBE-Ära geht zu Ende. Der Silberpfeil wird heute nur noch im Sonderzugdienst auf der Strecke der Vorgebirgsbahn eingesetzt.