Rastatt, 8. Juni 1999. Seit Tagen waren den Experten des WWF- Auen- Instituts in Rastatt schon Spuren im Kiesbett der Murg, einem Nebenfluss des Rheins, aufgefallen.
Nun bestätigte sich ihr Verdacht:
Hier hat ein vom Aussterben bedrohter Fisch, das Meerneunauge, Laichgruben gegraben. Der Gewässerkundler des WWF-Auen-Instituts, Dr. Peter Obrdlík, beobachtete ein Weibchen und zwei Männchen, die direkt unter einer befahrenen Brücke in der Innenstadt von Rastatt ihren Laich in die Vertiefung im Flussbett ablegten. "Dass wir die Meerneunaugen jetzt sogar beim Laichen beobachten konnten, zeigt, dass die Wasserqualität der Murg für Wanderfische kein wesentliches Hindernis mehr darstellt", erläuterte Obrdlík.
Mehrere Jahrzehnte lang galten diese bis zu einen Meter langen Tiere, die zur Klasse der Rundmäuler zählen, im Oberrhein als verschwunden. Seit wenigen Jahren werden immer wieder einzelne Tiere entdeckt. Allerdings befürchtet Obrdlík, dass die Larven, die aus den Eiern schlüpfen werden, keine geeigneten Lebensbedingungen vorfinden: "Hier gibt es zwar Kiesbänke, die zum Laichen geeignet sind, aber die Larven benötigen ruhige, sandige Buchten, die die ausgebaute Murg kaum aufweist". Dies würde einmal mehr zeigen, dass die Verbauungen der Flüsse heute das größte Problem für die natürliche Artenvielfalt darstellt.
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