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Von der Bonner Rheinaue zur Kapelle der "Schwarzen Madonna" auf der "Goldenen Meile" von Remagen

20 km stromaufwärts und fast immer am Rhein entlang

Blick von der Erpeler Ley auf das Gelände des ehemaligen Gefangenenlager "Goldene Maile" Foto:Rheintal.de
Kapelle mit der "Schwarzen Madonna" in der "Goldenen Maile". Foto:Rheintal.de
Bombe im "Friedensmuseum Remagen" und Gründer des Friedensmuseum Hans Peter Kürten. Foto:Rheintal.de
Die "Schwarze Madonna" von Remagen, gefertigt aus dem Lehm des Gefangenenlagers der "Goldenen Maile" Foto:Rheintal.de

Auf den ersten Blick kann der Eindruck entstehen, dass die Strecke langweilig und eintönig sein muss, schließlich führt sie linksrheinisch lediglich nur am Rhein entlang. Sie werden aber bald feststellen, dass dieser Eindruck täuscht. Wir geben ihnen Tipps, wo Sie sich eine Verschnaufpause gönnen sollten und wo es sich lohnt genauer hinzuschauen und zu verweilen.

Von dem Rheinaue-Gelände fahren wir in Richtung Rheinufer und folgen der Radweg-Beschilderung Bonn-Bad Godesberg. Am Rheinhotel Dreesen legen wir den ersten Zwischenstopp ein. Nehmen Sie sich hier ein paar Minuten Zeit und schauen Sie sich das Hotel etwas genauer an. Wie sein gegenüber auf dem Petersberg im Siebengebirge, spielten beide Gast-Häuser in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland und auch in die Zeit davor, als Verhandlungsort und Wohnstätte, eine herausragende Rolle.

Wir fahren weiter stromaufwärts und erreichen nach etwa 10 km, die Spitze der Rheininsel Nonnenwerth. Dort verlassen wir das Bundesland Nordrhein-Westfalen und erreichen am Bahnhof Rolandseck Rheinland-Pfalz. Der historische Bahnhof wurde vor einigen Jahren mit großem finanziellem Aufwand restauriert und große Teile des Gebäudes zum Museum umgebaut. Das Museum Bahnhof Rolandseck wird von der Landes-Stiftung Arp Museum Bahnhof Rolandseck mit Sitz in Remagen-Rolandseck betrieben. Auch hier lohnt es sich, das historische Bahngebäude und die neu geschaffenen Räume mit Ausstellung anzusehen.

Wir verlassen Rolandseck und fahren entlang des Rheinufers bis zum Ortseingang von Oberwinter. Das Yachthafen-Gelände macht eine Weiterfahrt am Rhein unmöglich. Daher biegen wir nach recht ab und nutzen für ein kurzes Stück den Radweg parallel zur B9 und fahren am Ortsausgang wieder zum Rheinufer. Die steil abfallenden Felsen auf der rechten Seite, engen die Straßenführung der B9 und die doppelgleisige Bahnstraße so sehr ein, dass der Radweg für ein paar hundert Meter unter der Brücke der Bundesstraße verläuft. Der dann folgende Radweg liegt unmittelbar neben der Bundesbahn-Trasse.

Wir erreichen Remagen und biegen nach rechts auf den Deichweg. Nach ca. 200 Metern geht es nach links auf „Am Spich“ und nach ca. 100m am Drususplatz führt ein Fußgänger/Radfahrer-Tunnel zur gegenüberliegenden Straße, die hinauf zur Apollinariskirche führt. Der Blick auf das Fluss abwärts gelegene Siebengebirge mit Drachenfels und der Blick auf die historischen Brückenköpfe der Brücke von Remagen entschädigt für die Anstrengung des Anstiegs. Werfen Sie auch unbedingt eine Blick in das beeindruckende Kirchen-Bauwerk und genießen Sie die Besonderheit der sakralen Stätte.

Wir verlassen das Plateau und fahren die gleiche Strecke zurück bis zum Rheinufer. Der Radweg führt über die Rheinpromenade zu unserem nächsten Ziel, der „Brücke von Remagen“. Stellen Sie hier ihre Räder ab und schauen sich erst ein wenig um. Auf der gegenüberliegenden Flussseite befindet sich der Brückenkopf von Erpel. Die Eroberung der noch intakten Rhein-Brücke durch amerikanische Soldaten im März 1945 wird heute als das Ende des Zweiten Weltkriegs gesehen.

Steigen sie nun hinauf zum Eingang am Brückenkopf und gehen Sie auf eine Zeitreise der letzten Kriegs-Tage Deutscher Geschichte. In den Räumen werden Dokumente und Gegenstände deutscher Soldaten ausgestellt, sowie ein riesige Bombe, die aus dem Rhein geborgen wurde. Sie sollte die Brücke treffen und zerstören, so der Wunsch der Heeresführung. 

Nun ist es etwa noch ein Kilometer, bis zum Zielort der Goldenen Maile und zur Kapelle der "Schwarzen Madonna von Remagen". Fahren Sie die kleine Straße „An der alten Rheinbrücke“ bis zur Goethestraße und biegen dort nach links. Nach etwa 500m führt eine nach links abbiegend Straße zum Stadtteil Remagen-Kripp. Die Kapelle der Schwarzen Madonna von Remagen befindet sich in inmitten des ehemaligen Kriegs-Gefangenen-Lagers "Goldene Maile"

Als Erinnerung an das Lager, das die Amerikaner nach dem Rheinübergang im April 1945 in Remagen anlegten, baute der damalige Bürgermeister Hans Peter Kürten, der Gründer des Friedensmuseums Remagen, aus Spendengeldern an der Straße zwischen Remagen und dem Stadtteil Kripp, die Kapelle „Schwarze Madonna“. An der Grundsteinlegung am 22. Juni 1985 nahmen mehr als 1200 ehemalige Gefangene teil. Die feierliche Einweihung fand am 9. Oktober 1987 statt. In der Kapelle steht in einer Stele die „Schwarze Madonna“, die der Kriegsgefangene Professor Adolf Wamper (1901–1977) in der Lagerzeit aus dem Lehm der "Goldenen Meile" geformt hat.