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Rhein-Geschichten/Mittelrhein

Ein Gespenst, das ins Siebengebirge verbannt wird

Illustration © Cengiz

Vor vielen Jahren, als Köln noch eine freie Reichsstadt war und die Hanse noch in der herrlichsten Blüte stand, lebte in Köln ein reicher, aber äußerst geiziger Kaufherr.

Bei seinen Lebzeiten erzählten die Leute gar wundersame Märchen, wie er zu seinen Reichtümern gelangt, und dass er so manche Nacht bei seinen Schätzen säße und seine Goldmännchen zähle.

Als er nun gestorben, wagte keiner, das Haus des Verstorbenen zu beziehen, denn sein unruhigher Geist trieb darin sein Wesen und ließ niemanden in Frieden.

Zwei Kapuziner unternahmen es, den Geist zu bannen, und einer von ihnen kam eines abends, unter einer unsichtbaren Last keuchend, an den Rhein zu einem Fährmann und bat ihn, ihn rheinaufwärts nach dem Siebengebirge zu schiffen. Der Fährmann willigte ein, doch der Mönch war kaum in den Kahn gestiegen, so sank dieser gar sehr, und der Fährmann bemerkte, als er dem Mönch über die linke Schulter sah, dass er den Kaufmann aufgepackt.

Mit Gottes Hilfe gelangten sie zum Siebengebirge, wohin der Geist verbannt wurde, der noch heutigen Tages dort sein Wesen unter gar verschiedenen Gestalten treiben soll.

 

Quelle: Hans-Jörg UrherSagen aus dem Rheinland

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