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Römer im Rheintal / Niederrhein

Villa Rustica - über 3.000 römische Gutshöfe gab es im Rheinland

Modell der Villa Rustica bei Bad Neuenahr

Dort, wo die Römer Militärlager ansiedelten, entstanden in ihrer Umgebung Wirtschaftsgebäude, die der Erzeugung landwirtschaftlicher Produkte dienten und die zur Versorgung der Soldaten benötigt wurden. Einzelhöfe dieser Art wurden als Villa Rustica bezeichnet und gehörten zu den häufigsten Siedlungsformen der Römer. Nur im Rheinland sind über 3.000 Fundstellen bekannt.

Kochstelle in einer Villa Rustica

Am 11.09.1986 wird der Fund eines archäologischen Baudenkmals im Gewerbegebiet Eichholz/Wesseling an das Rheinische LandesMuseum gemeldet. Bei diesem Fund handelt es sich um einen ausgedehnten römischen Gutshof aus dem 1. Jahrhundert n.Chr.
Man geht davon aus, dass der Hof bis ins 3.Jahrhundert, vielleicht sogar bis ins 4. Jahrhundert hinein bewirtschaftet wurde. Auf der Fläche von 3000 qm fand man die Überreste von 9 Gebäuden der ehemaligen Hofbebauung (4 davon mit noch komplettem Grundriss) sowie einen Teil des zum Hof gehörenden römischen Gräberfeldes und Wasserleitung.

Das gesamte Gelände wurde abgegangen, nachdem es zuvor umgepflügt worden war, um die Fundstücke in einer Kartierung erfassen zu können.

Im Untersuchungsbereich fand man überwiegend Gegenstände des Hausgebrauchs, Überreste des Geschirrs sowie Metallreste und Fibeln (Gewandnadeln). Hinweise auf die Eigenversorgung des Hofes geben Webgewichte, und Glas- und Metallschlacke. Da römische Guts- und Wirtschaftshöfe Versorgungsgüter für die Städte und Kastellen des Reichs produzierten, mussten sie sich an verkehrstechnisch gut gelegenen Orten platzieren.

Bei der Wesselinger Villa Rustica war diese Voraussetzung durch die unmittelbare Nähe zum Rhein und der Heeres- und Handelsstraße Köln-Koblenz, mit Abzweig nach Trier, gegeben. Der Versorgungsbedarf der Städte und Militärlager bildete für die landwirtschaflichen Produktionseinheiten der näheren Umgebung einen gesicherten Absatzmarkt.

Manche Villenbesitzer haben es durch ihre Höfe zu wirtschaftlichem Reichtum gebracht, was sich durch Funde von Gebrauchsgegenständen und die Ausdehnung der Höfe belegen lässt.

Gegenwärtig arbeiten Archäologen des Rheinisches Amtes für Bodendenkmalpflege an der Ausgrabung der "Villa Blankenheim" in der Eifel. Bereits 1894 begannen Wissenschaftler, das 70 m lange und 25 m breite Hauptgebäude freizulegen. Drei Wirtschftsgebäude und ein Tempel wurden entdeckt. Zur Nazi-Zeit mussten die freigelegten Gebäudeteile wieder zugeschüttet werden.

Heute sind sich die Forscher über die Bedeutung der Römer-Villa einig: Es ist ein Gutshof, der wie aus deinem Lehrbuch angelegt worden ist.


 
 
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