Geboren als Carmine Ugo Mariano, 1923 in Boston, als Sohn italienischer Einwanderer, nennt sich später Charles Hugo, oder einfach nur Charlie Mariano.
In den frühen vierziger Jahren beginnt er seine Karriere als Jazz-Saxophonist in seiner Heimatstadt, wo er auch seine Frau, die japanische Pianistin Toshiko Akiyoshi kennen lernt, die er 1959 heiratet. Gemeinsam ziehen sie nach New York, doch Mariano tut sich schwer in der dortigen, von schwarzen Musikern dominierten Jazz-Szene, Anerkennung zu erlangen. Dies ist einer der Gründe warum es das Paar nach Tokio, die Heimat Toshikos, zieht.
Nach seiner ersten Europa-Tournee im Jahre 1964 kehrt Mariano in die U.S.A zurück, um eine Stelle an der Bostoner "Barklee Music School" anzutreten. Dort gerät er in Kontakt mit südindischen und malayischen Musikern, die ihn zu einem halbjährigen Aufenthalt in Kuala Lumpur bewegen, um dort eine Radio Big Band zu betreuen.
1971 folgt Mariano der Einladung eines ehemaligen Schülers nach Holland, und beschließt für einige Zeit dort zu bleiben. Nachdem ihn das Leben in Den Haag, seinem ersten Wohnort, zu langweilen beginnt, macht er sich auf, um den Kontinent zu bereisen und durch kleinere Clubs zu tingeln, was ihm jedoch nur bedingt Freude bereitet. So kommt es das Mariano sich erneut Richtung Asien aufmacht, genauer in das indische Dorf Thiruvarankulum, wo er die traditionelle indische Lebensweise kennen lernt. Etwa ein Jahr dauert diese Reise, und nach deren Ende begibt er sich zurück nach Holland. Dort gründet er mit dem Keyboarder Jasper van´t Hof die Jazz-Rock-Gruppe "Pork-Pie", welche später zu einer der einflussreichsten Jazz-Formationen Europas avanciert. Darüber hinaus steigt er 1975 bei "Colours", der Band des deutschen Bassisten Eberhard Weber ein. Trotz seiner großen Erfolge in Europa bleibt seine Musik von der amerikanischen Jazz-Szene fast gänzlich unbeachtet.
Als ihm aber im selben Jahr die Arbeitserlaubnis für die Niederlande verwehrt wird, und ihm die Abschiebung droht, entschließt sich Mariano in die U.S.A. zurückzukehren.
In den nächsten neun Jahren wechselt er stetig den Wohnsitz zwischen Amerika und Europa, was ihm auch viele Aufenthalte in Deutschland ermöglicht. So lebt er Ende der siebziger Jahre teilweise in Berlin, Buchholz oder München, bis er sich 1982 in Köln niederlässt. Die dort bezogene Wohnung gibt er nur zwei Jahre später wieder auf um abermals in sein Heimatland umzusiedeln, diesmal endgültig wie es scheint, da er sich nach Nähe zu seinen Kindern sehnt.
Nach zwei weiteren Jahren muss er jedoch feststellen, dass er sich von seiner amerikanischen Heimat, menschlich wie musikalisch entfremdet hat, und dass er sich in Europa, speziell in Deutschland, heimisch fühlt. Deshalb kehrt er 1986 nach Köln zurück. Am Dienstag, den 16.Juni 2009 starb Charlie Mariano in einem Hospiz an den Folgen einer schweren Krankheit.
Charlie Mariano - Diskographie
Charlie Mariano hat in seiner Karriere auf mehr als 200 CD´s und LP´s mitgewirkt. Da eine Auflistung all dieser Titel den zur Verfügung stehenden Rahmen sprengen würde, ist hier nur ein Teil aufgeführt.
1947 - Ray Borden Orchestra
1949 - Charlie Mariano Octet
1951 - Charlie Mariano - Boston All Stars
1955 - Charlie Mariano Quartett
1960 - Toshiko - Mariano Quartett
1967 - Charlie Mariano - Folk Soul
1972 - Embryo - We keep on
1972 - Jazz - India
1974 - Charlie Mariano - Reflections
1974 - Pork Pie - Transitory
1975 - Eberhard Weber Colours
1975 - Pork Pie - The door is open
1977 - The United Jazz + Rock Ensemble - Live im Schützenhaus
1979 - Cathrine - Mariano - Van´t Hof - Trio
1980 - Trio
1983 - Karntaka College of Percussion
1983 - Sangam
1984 - Herbert Grönemeyer - 4630 Bochum
1984 - Shigihara - Mariano - Wells - Küttner -Tears of Sound
1986 - Konstantin Wecker - Wieder Dahoam
1990 - André Jaume and Charlie Mariano - Abbaye de l´epau
1992 - Rabih Abou Khalil - Blue Camel