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30.05.2016

Fritz Bauer. DerStaatsanwalt. NS-Verbrechen vor Gericht

Ausstellung des NS-DOK über einen einflussreichen jüdischen Remigranten NS-Dokumentationszentrum
22. April - 21. August 2016

Fritz Bauer in seinem Büro, 1965

Mit einer neuen Sonderausstellung erinnert das NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln an den hessischen Generalstaatsanwalt Fritz Bauer. Als Anklagevertreter revolutionierte er das überkommene Bild der Staatsanwaltschaft. Für ihn waren Schutz und Würde des Einzelnen, insbesondere vor staatlicher Gewalt, wichtiger als eine Staatsräson um jeden Preis. Er konfrontierte die bundesrepublikanische Gesellschaft schonungslos mit ihrer eigenen jüngsten Vergangenheit - gegen alle politischen Widerstände, gegen alle Anfeindungen, denen er sich auch persönlich ausgesetzt sah.
  
Bauer hat wesentlich dazu beigetragen, dass Adolf Eichmann, der Organisator der Massenmorde an den europäischen Juden, in Jerusalem vor Gericht gestellt werden konnte. Er brachte den Frankfurter Auschwitz-Prozess auf den Weg und schrieb damit bundesrepublikanische Geschichte. Bauer hat darüber hinaus als Generalstaatsanwalt sichergestellt, dass in den Frankfurter Auschwitz-Prozessen nicht nur einzelne Männer und Frauen wegen ihrer Straftaten im Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz vor Gericht standen, sondern das gesamte NS-Regime "angeklagt" wurde. Wer sich nicht bewusst dem Thema verschloss, der erhielt umfangreiche Kenntnisse über den Holocaust und die Gräueltaten in Auschwitz-Birkenau.
  
Fritz Bauer wurde als Sozialdemokrat und Jude vom NS-Regime ausgegrenzt und verfolgt. Er rettete sich in die Emigration, zunächst nach Dänemark, dann nach Schweden. Auch im Exil setzt er sein politisches Engagement fort. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs kehrte Bauer nach Deutschland zurück und wurde zu einem der bedeutendsten und juristisch einflussreichsten jüdischen Remigranten im Nachkriegsdeutschland. Die Ausstellung dokumentiert sein Leben und Wirken im Spiegel der Geschichte. Das Fritz Bauer Institut und das Jüdische Museum Frankfurt haben sie zusammengestellt.

NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln
Appellhofplatz 23-25,
D-50667 Köln
+49-221-2212-6332Di-Fr 10-18, Sa, So 11-18 Uhr ,1. Do. im Monat (außer an Feiertagen) 10-22 Uhr