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31.03.2017

Henri Cartier-Bresson und Heinz Held

Menschen mit Bildern
24. März – 20. August 2017
Ausstellung im Museum Ludwig Köln

Held_Magnum_Photokina Heinz Held Magnum Ausstellung auf der photokina, Köln, 1956

Das Museum Ludwig verwahrt eine hochkarätige Sammlung an Fotografien von den Anfängen im 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart; sie umfasst etwa 70.000 Werke. In einem eigens eingerichteten Fotoraum innerhalb der ständigen Sammlung wird das Museum Ludwig ab dem 24. März die Sammlung Fotografie in Ausschnitten und fortlaufend sichtbar machen. Damit ist ein fester Ort im Museum Ludwig geschaffen, der dauerhaft der Fotografie gewidmet ist. 

Henri Cartier-Bresson und Heinz Held. Menschen mit Bildern lautet der Titel der ersten Präsentation, die bis zum 20. August zu sehen sein wird. Der französische Fotograf Henri Cartier-Bresson (1908–2004) und der Kölner Fotograf Heinz Held (1918–1990) sind sich mehrfach begegnet: 1956, als Cartier-Bresson nach Köln reiste, wo seine Bilder auf der Messe photokina gezeigt wurden, arbeitete Heinz Held nicht nur mit an der Ausstellung, sondern fotografierte sie auch. Sie begegneten sich wohl auch im Haus von L. Fritz Gruber, dem Begründer und Leiter der photokina-Bilderschauen, einem gemeinsamen Freund. Worüber sie gesprochen haben, ist nicht überliefert. Aber beide hatten einen ähnlichen Ansatz: Mit einer kleinen Kamera, unauffällig flanierend und den Moment abwartend, wenn etwas Unerwartetes, Rührendes, Komisches im Bild zum Vorschein kommen konnte – meist unbemerkt von den Menschen, die fotografiert wurden. Vom „entscheidenden Augenblick“ sprach Cartier-Bresson. 1967 richtete die Kunsthalle Köln Cartier-Bresson eine Einzelausstellung aus. Das gesamte Konvolut der circa 200 auf Holzplatten gezogenen Fotografien ist heute Teil der Sammlung Fotografie im Museum Ludwig und war zuletzt vollständig 2004 anlässlich von Cartier-Bressons Tod im Museum Ludwig zu sehen. Der Nachlass von Heinz Held befindet sich im Museum Ludwig und wird derzeit erschlossen. Aus der Bandbreite beider Werke sind hier Bilder versammelt, die den Menschen im Museum und in der Stadt zeigen. Ein Gemälde, eine Skulptur, ein Plakat oder ein Straßenschild treten hierbei in einen Dialog mit den Betrachtern und Passanten. Cartier-Bresson erkannte in solchen Korrespondenzen das surreale Potenzial der Fotografie. Heinz Held fand darin eine „Magie“, die „ins Herz trifft“.

In Erweiterung des Ausstellungsraums eröffnet zugleich das FOTO LAB, ein für Kinder und Erwachsene eingerichteter Raum zum Mitmachen und Experimentieren. Die BesucherInnen können erfahren, wie eine Camera obscura – das Urmodell der Kamera – funktioniert, sich vor einer Fototapete in Szene setzen oder haben selbst die Möglichkeit eine kleine Fotoausstellung mit 50 Reproduktionen aus der Sammlung Fotografie einzurichten. Diese Reproduktionen werden ermöglicht von Pixum, dem in Köln ansässigen Foto-Onlineservice. Die Sammlung Fotografie im Museum Ludwig wird so auf vielfältige Weise lebendig gehalten und zugänglich gemacht. Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Arbeit mit der Fotografiesammlung des Museum Ludwig ist deren digitale Erfassung in einer wissenschaftlichen Datenbank zu Recherchezwecken. Dank der großzügigen Unterstützung von Pixum ist es dem Museum Ludwig gelungen, in den vergangenen zwei Jahren 4.000 Fotografien der Sammlung Agfa erstmals digital zu erfassen. Diese sind seit dieser Woche für alle online sichtbar. Über www.kulturelles-erbe-koeln.de wird die Sammlung Fotografie Stück für Stück publik gemacht und es somit allen Interessierten ermöglicht, einen Einblick zu erhalten. Fortgesetzt wird die Erfassung nun mit den Sammlungen Gruber, den Erwerbungen des Museum Ludwig sowie der Sammlung Mrazkowa, die auch in den kommenden zwei Jahren von Pixum unterstützt wird.

Ab 1. September folgt anlässlich des 100. Geburtstags von Heinrich Böll die Präsentation Die humane Kamera. Heinrich Böll und die Fotografie (bis 7. Januar 2018).